Graz
Zwangstherapie für Drogensüchtige
19.10.2006
Der Grazer Bürgermeister Nagl prescht mit der Forderung nach einer Zwangstherapie für Drogensüchtige vor und erntet heftige Kritik.
Ein Drogenproblem unter Jugendlichen ortet der Grazer Bürgermeister Siegried Nagl (ÖVP) in der steirischen Landeshauptstadt. Laut ORF-Steiermark könne er nicht zuschauen, wie schon 13-, und 14-Jährige in eine Drogenersatzprogramm kommen. "Und deswegen fordere ich, dass man junge Menschen zwangsmäßig auf Therapieplätze bekommt und dass diese Substitutionsprogramme nur so lange Gültigkeit haben, bis man einen Therapieplatz hat."
Kritik erntet Nagl vom Grazer Drogenbeauftragten und der KPÖ-Gesundheitsstadträtin. Es würden sich im Durchschnitt etwa 500 süchtige Menschen im Substitutionsprogramm befinden. Nur ein bis zwei Süchtige seien minderjährig.
Die KPÖ fordert satt Zwangstherapie mehr Geld und Personal für die Betreuung. Nagls Forderung sei Wahlkampf-Rhetorik. Graz wählt 2008 den Gemeinderat