Meer & Freiheit

Geheimtipp Korsika: Die Insel der wilden Kontraste

02.05.2026

Von der „Île de beauté“ schwärmen die Franzosen. Korsika fasziniert mit rauer Natur, stolzer Kultur und spektakulären Kontrasten. Zwischen Bergwelten, Traumstränden und abenteuerlichen Routen entdecken Reisende eine Insel voller Ursprünglichkeit, Genuss und unvergesslicher Erlebnisse.

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Herber Rotwein, Wildschweinbraten, Trüffeln und Esskastanien, würzig schmeckender Ziegenkäse, grausame Blutrache, Eigensinnigkeit und korsischer Stolz samt unbändigem Freiheitsfanatismus und viel Natur – das sind die großen Kennwerte der Heimatinsel Napoleons. Dass sich aber in der mächtigen Gebirgswelt mit dem GR 20 einer der schönsten Weitwanderwege Europas befindet, Korsikas glasklare Wildbäche ein Dorado für Erlebnishungrige sind, tiefblaue Badepools im Sommer zum Schwimmen und Chillen einladen und kleine Bergstraßen Traumterrain für Radfreaks sind, ist weniger im Bewusstsein. Das faszinierendste an der gut 180 km langen und 80 km breiten Insel sind die enormen landschaftlichen Gegensätze.

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Westcoastfeeling

Wer mit der Fähre anreist, sollte seine Inseltour im Norden am Cap Corse beginnen. Die wie ein Daumen aussehende Halbinsel ist ein „Korsika in Miniatur“. Bergdörfer, Macchia, Steilküsten und dazu die schönsten Strände – wie im Bilderbuch präsentiert sich die Strecke zwischen Nonza und dem nördlichen Centuri. Diese Traumblicke sind hart am Lenkrad auf der Panoramastraße erarbeitet – mit 100 m Tiefblick ins Meer! Zur lokalen Fahrtaktik gehört auch das Umrunden von halbwilden korsischen Schweinefamilien. Oder Ziegenherden, die auf der Fahrbahn Fiesta halten. Das ist das typisch raue und doch liebenswerte Korsika.

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Die Perle des Nordens

Besonders die Nordwestküste mit der Zitadellenstadt Calvi bietet auf engem Raum viel Abwechslung. Der Panoramablick auf Berge und Meer ist grandios, eine 5 km lange, feinsandige Bucht lockt. Das Städtchen selbst hat viel Charme. Die verwinkelten Gassen der Oberstadt mit der Zitadelle laden zum Stadtbummel, in der Unterstadt warten eine chillige Bar- und Restaurantszene und ein pittoresker Yachthafen. Faulenzt man zur Sommerzeit am Sandstrand mit Blick aufs Meer, braucht man nur den Kopf zu drehen und genießt eine majestätische Gebirgswelt. Die Nordwestecke von Korsika gilt als Dorado für Naturliebhaber und Abenteurer – neben klassischem Trekking wird von Canyoning am Wasserfall über Tauchgänge, von der Frühjahrsschitour im Firn bis hin zur Paddeltour am Wildfluss vieles angeboten.

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Der störrische Esel

Bereits in den Fünfzigerjahren waren Wanderer vom Dornbirner Alpenverein dort auf Entdeckungstour – und fanden ihr Paradies. Am Strand Palmen und Pinienhaine, hoch oben Almen und Nadelbäume. Sie beschlossen mit ihren Vereinskollegen 1959 wiederzukommen. Gesagt, getan, ein Grundstück fürs Zelten wurde gepachtet. Vormittags Berge, nachmittags Beachlife. Die Reise wurde zum vollen Erfolg und die beiden Organisatoren Willi Doderer und Kurt Müller wollten professioneller weitermachen. Die Zeltstadt bekam den Namen „Störrischer Esel“, 350 m vom Strand entfernt. Warum der Name? Kurt Müller erinnert sich an einen jungen Esel, den der Alpenverein damals vor dem Schlachthof rettete und ihn ins Lager brachte. Dort war der etwas verstört wirkende Esel bald der erklärte Star. www.stoerrischeresel.com

Der „Esel“ heute

Über sechzig Jahre später hat der „Störrische Esel“ längst Kultstatus. Jetzt stehen neben den Zelten Bungalows und das Duschwasser ist heiß. Seine „charmante Einfachheit“ hat er behalten, die wilde Romantik Korsikas ist geblieben. Die Betreuung ist professionell geworden, seit die kleine, feine Vorarlberger Reiseschneiderei Rhomberg Reisen den „Störrischen Esel“ als österreichischer Korsika-Veranstalter betreut. „Eselgäste“ können heute per Charterflug nach Calvi reisen, sie finden Erholung in gesunder Natur, Sonne, Meeresluft und Geselligkeit. Beispiele gefällig? Frühmorgens zum Sonnenaufgang auf den 703 m hohen Hausberg, dann ein herzhaftes Frühstück und weiter zum Strand von Bodri mit glasklarem Wasser. Und tags darauf wandernd auf die Halbinsel Revellata mit ihrem Leuchtturm. Oder ist doch auch Kultur in Calvi angesagt samt einem Bummel am Yachthafen?

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UNESCO Weltnaturerbe

Für Inselentdecker geht’s per Mietauto oder organisierter Tour ins wildromantische Fangotal, im Sommer lassen sich hier die schönsten und erfrischendsten Badegumpen finden. Noch pittoresker und eindrucksvoller ist eine Bootstour zum spektakulären UNESCO Weltnaturerbe und Naturschutzgebiet von La Scandola mit seinen zerklüfteten Steilküsten oder zum Städtchen Porto mit den markanten Klippenlandschaften der Calanche. Nachmittags beginnen dort die Felsen braunrot zu glühen – und die Reisenden kehren abends in ihren „Störrischen Esel“ zurück.

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