Bundesliga

1:3 - Salzburg misslingt CL-Probe und patzt gegen Sturm

21.11.2020

Sturm Graz hat Red Bull Salzburg die erste Saisonniederlage in der Fußball-Bundesliga zugefügt.

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Die Steirer setzten sich am Samstagabend in Wals-Siezenheim mit 3:1 durch und versetzten dem Tabellenführer und Titelverteidiger vor dem Rückspiel bei Bayern München am Mittwoch in der Champions League einen ordentlichen Dämpfer. Ivan Ljubic (48.) und Jakob Jantscher mit einem Doppelpack (53., 59.) sorgten innerhalb einer Viertelstunde nach Wiederbeginn für den Auswärtssieg.
 
Der LASK rückte mit einem 1:1 in Hartberg in der Tabelle bis auf zwei Punkte an Salzburg heran, der ebenfalls zwei Zähler zurückliegende Zweite Rapid hat zudem am Sonntag die Möglichkeit, mit einem Sieg in Ried die Spitzenposition zu übernehmen. Für Salzburg betrieb Mergim Berisha (86.) nur Ergebniskosmetik, zu Ende ging eine Serie von 18 ungeschlagenen Ligaspielen. Es setzte erst die zweite Niederlage in den jüngsten 64 Liga-Heimpartien. Zuletzt hatte man vor eigenem Publikum am 14. Februar mit einem 2:3 gegen den LASK verloren.
 
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Salzburg-Trainer Jesse Marsch gönnte nach ihren Länderspiel-Einsätzen und auch angesichts des am Mittwoch folgenden Rückspiels bei Bayern München in der Champions League mit Dauerbrenner Andreas Ulmer, Maximilian Wöber und Sekou Koita drei Stammkräften zu Beginn eine Pause. Die vierte Änderung gegenüber dem 1:1 bei Rapid vor der Länderspielpause betraf Zlatko Junuzovic, der wegen seines leichten Muskelfasereinrisses pausierte, am Mittwoch allerdings einsatzfähig sein soll. Mit dem 20-jährigen französischen Innenverteidiger Oumar Solet, Liga-Debütant Nicolas Seiwald und Karim Adeyemi rückten drei 20-Jährige oder Jüngere ins Team. Zudem verteidigte Rasmus Kristensen rechts hinten.
 

Erste Hälfte noch torlos

Die neu zusammengestellte Truppe hatte zu Beginn Anlaufschwierigkeiten, auch da Sturm den Gegner früh störte und aggressiv dagegen hielt. Kevin Friesenbichler traf nur die Außenstange (5.). Ansonsten erarbeiten sich die Hausherren aber doch ein Chancenübergewicht, Noah Okafor (8., 16.), Andre Ramalho (21.) und Adeyemi (26.) ließen aber Möglichkeiten ungenützt. Das Gefährlichste war ein Weitschuss von Vallci, bei dem die Stange rettete.
 
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Mit einem furiosen Start nach der Pause belohnten sich die Grazer für einen mutigen Auftritt und zeigten sich da als Meister der Effizienz. Solet störte Ljubic nicht, und der Mittelfeldspieler vollendete nach Kuen-Hereingabe mit einem Volleyschuss. Auch der zweite Treffer fiel aus einer Direktabnahme, diesmal war Jantscher nach Hereingabe des per Kopf von Friesenbichler bedienten Hierländer erfolgreich. Sechs Minuten später setzte David Nemeth mit einem 70-Meter-Pass Sandro Ingolitsch ein, und dessen Zuspiel verwertete neuerlich Jantscher in der Mitte in bester Goalgetter-Manier.
 
Nach der Hereinnahme von Ulmer, Koita und Wöber wurde Salzburg etwas gefährlicher, ein herrlicher Abschluss von Berisha ins Eck nach Koita-Vorarbeit blieb aber die einzige Ausbeute. Sturm siegte erstmals gegen Salzburg seit 27. August 2017 (1:0). In Salzburg war man zum ersten Mal seit 2. Oktober 2016 wieder einmal siegreich. Dank des dritten Saisonerfolgs schob man sich auf Platz vier vor.
 

Stimmen zum Spiel:

Jesse Marsch (Salzburg-Trainer): "Ich habe von Anfang an gesehen, dass wir nicht bereit waren zu kämpfen. Wir haben viele Bälle verloren, und dann bekommen wir Ärger. Für mich war es ganz klar. In der Halbzeit haben wir wieder über dieses Thema gesprochen, und in den ersten fünf Minuten haben wir wieder jedes Duell verloren. Es war eine unreife Leistung, wir waren nicht bereit für einen solch intensiven Gegner. Es war eine verdiente Niederlage. Der Gegner am Mittwoch ist ganz anders. Wir müssen von diesem Spiel und dieser Lektion lernen."
 
Christian Ilzer (Sturm-Graz-Trainer): "Es ist eine Riesenfreude für uns, es ist ein wunderschöner Abend, den wir so schnell nicht vergessen. Solche Erlebnisse sind extrem wertvoll. Wir haben uns das über 90 Minuten verdient, da zu gewinnen. Wir waren von Anfang an mutig, aggressiv im Anlaufen und haben Salzburg so sehr schwer ins Spiel kommen lassen. Wir haben überragend diese offenen Räume genützt. Dass wir schwer Gegentore bekommen, haben wir schon bewiesen in dieser Meisterschaft."
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