"Fast bösartig"

Rapid-Bickel tobt nach Roter Karte

11.09.2017

Für Rapid-Sportdirektor Bickel war die Rote Karte gegen Pavelic überhart.

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Rapids Sportdirektor Fredy Bickel wusste nach Schlußpfiff nicht recht ob er zufrieden sein sollte. Bei der rassigen Partie gegen Salzburg (2:2) gab es keinen Sieger. Einerseits zeigte der Rekordmeister eine beherzte Leistung, holte mit einem Mann weniger beim Meister ein Remis, doch kassierte andererseits erneut spät einen Gegentreffer und gab wichtige Punkte her.

Eines war für Bickel allerdings klar: Die Rote Karte gegen Pavelic war überhart. Rekordverdächtig: In vier von sieben Spielen musste Rapid das Spiel bereits mit einem Mann weniger beenden. Woran liegt das? "Sicher nehme ich da auch die Mannschaft in die Kritik, das geht nicht. Aber wenn man sich die Roten Karten ansieht, ist es für mich unglaublich. Man muss schon fast 'bösartig' sagen, wenn man nun bei dieser Aktion Rot zeigen will", kritisiert der Schweizer im Gespräch mit LAOLA1.

Die Erklärung von Schiri Muckenhammer besänftigte Bickel nicht. "Er hat uns gesagt, er hat aufgrund der Schnelligkeit (der Aktion) so entschieden." Im Gegenteil holte Bickel zum Gegenschlag aus: "Ich will die Spieler nicht schützen, aber das kann nicht sein, auch hier nicht an der Mittellinie. Und dann sagt man, aufgrund des Tempos muss man Rot geben, das kann ich nicht nachvollziehen."

Rapid im Pech
Was den 52-Jährigen besonders zu stören scheint, ist Rapids Außenwirkung. "Ich denke nicht, dass wir eine unfaire Mannschaft sind. Wir machen Fehler, die Schiedsrichter machen Fehler, aber die Häufigkeit tut einem irgendwo weh. Bei Joelinton findet ein Zweikampf am Boden statt und man sieht eigentlich nichts, Murg schießt den Ball weg und trifft zufällig die Beine des Assistenten. Da kommt einfach viel zusammen."

Schwer zu sagen, wie sich die Partie entwickelt hätte, hätte es nicht den frühen Ausschluss gegeben. An der Körpersprache der Grün-Weißen war allerdings bemerkbar, dass vor allem nach der frühen Roten Karte alles abgerufen wurde. In den Zweikämpfen und beim Torjubel konnte man wieder ein Team sehen.

"Es hat jetzt sicher noch einmal einen Ruck gegeben, das ist so. Wir sind gut unterwegs, haben uns zuvor teilweise selbst geschlagen, eben Rote Karten und Tore kurz vor Schluss kassiert und Spiele aus der Hand gegeben. Schlussendlich steht das Resultat da, die Tabelle lügt nicht und du musst dann Fehler gemacht haben. Logisch, dass man auch kritisiert wird. Aber ich habe zuvor schon vieles Gutes gesehen im Verlauf dieser Saison.“

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