Bundesliga

Kienast-Doppelpack versenkt Ried

07.11.2015

Sturm feiert Heimsieg gegen Wikinger + WAC siegt gegen Mattersburg.

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Roman Kienast hat Sturm Graz den vierten Bundesliga-Heimsieg in Serie beschert. Beim 3:2-(2:2)-Erfolg am Samstagabend über die SV Ried traf der 31-jährige Stürmer doppelt. Während die Grazer in der Tabelle auf den vierten Rang vorstießen, finden sich die Oberösterreicher nach der 15. Runde und dem gleichzeitigen Erfolg des direkten Konkurrenten WAC über Mattersburg (2:1) am Tabellenende wieder.

Seit elf Spielen wartet die Elf von Paul Gludovatz in der Fremde mittlerweile auf einen Sieg. Dabei wäre in Graz einiges möglich gewesen: Durch Tore von Daniel Sikorski (2.) und Dieter Elsneg (13.) lagen die "Wikinger" zwei Mal in Front. Doch Kienasts Doppelpack (4., 71.) und Thorsten Schicks Premieren-Saisontor (43.) sorgten einmal mehr für eine verpatzte Rieder Auswärtsfahrt.

Sturm-Trainer Franco Foda veränderte das System und stellte auf eine Dreierabwehrkette um. Das Experiment ging anfangs völlig schief. Sikorski köpfelte nach nicht einmal zwei Minuten völlig frei stehend per Aufsetzer zur Gästeführung ein. Zuvor hatte Lukas Spendlhofer, der den Part als Linksverteidiger übernahm, die Flanke nicht vereiteln können.

Die Grazer Antwort fiel prompt aus: Kienast traf aus 17 Metern mit einem wuchtigen Schuss ins linke Eck zwei Minuten später zum 1:1. Doch weil weder Simon Piesinger noch Michael Madl den von der Mittelauflage startenden Elsneg zu stoppen vermochten, stand die Foda-Elf nach Elsnegs schönem Abschluss ins linke Kreuzeck nach 13 Minuten wieder mit einem Rückstand da.

Danach beendete der Grazer Coach sein Dreierketten-Experiment und in der gewohnten 4-2-3-1-Formation übernahm seine Elf sukzessive die Kontrolle über das Spiel. Zwei Minuten vor der Halbzeitpause kam Schick etwas glücklich an den Ball und traf halbvolley zum 2:2. Andreas Gruber hatte den Ball eher unfreiwillig per Oberschenkel weitergeleitet.

Ried startete personell verändert in die zweite Hälfte, denn nachdem Clemens Walch bereits in der 37. Minute verletzt vom Feld musste und von Thomas Murg ersetzt wurde, blieb auch Oliver Kragl angeschlagen in der Kabine. Für den schussgewaltigen Deutschen spielte fortan Alberto Prada.

Ried-Goalie Thomas Gebauer stand zunehmend im Fokus: Der Kapitän parierte einen Schuss von Piesinger (50.) sowie eine Direktabnahme von Kienast (52.). Es blieb für lange Zeit die letzte Großchance im Spiel, weil sich die Oberösterreicher zunehmend auf die Sicherung der Defensive beschränkten und die Grazer im Kombinationsspiel nach vorne zu fehlerhaft waren. Auch die Kreativität ließen die Grazer ohne den weiter mit Oberschenkelproblemen fehlenden Donis Avdijaj vermissen.

Abwehraktionen von Sturm-Goalie Michael Esser, wie bei einem Schuss von Prada aus spitzem Winkel (68.), waren seltene Ausnahmen. Zwanzig Minuten vor dem Ende brachte Foda mit Josip Tadic einen zweiten Stürmer, das Tor erzielte aber wieder Kienast. Der 31-Jährige traf nach schöner Drehung von knapp innerhalb des Strafraums zur erstmaligen Grazer Führung (71.). In der Folge gerieten die Hausherren gegen offensiv harmlose Rieder kaum mehr unter Druck, die "Blackys" jubelten über den zwar keineswegs glanzvollen, aber verdienten Heimerfolg.


 

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WAC gab Rote Laterne mit 2:1 gegen Mattersburg ab

Der Wolfsberger AC hat das Tabellenende in der Fußball-Bundesliga verlassen. Die Kärntner gewannen am Samstagabend in der 15. Runde zu Hause gegen den SV Mattersburg verdient mit 2:1 (1:0) und verbuchten damit ihren ersten dritten Sieg in dieser Saison. Weil die SV Ried bei Sturm Graz verlor, liegt der WAC jetzt mit zwei Punkten Vorsprung auf die Innviertler auf Platz neun.

Hauptverantwortlich für den Erfolg der Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer war Issiaka Ouedraogo, der Sekunden vor dem Pausenpfiff mit einem Ping-Pong-Tor sowie in der 51. Minute traf. Bei beiden Toren hatten die Wolfsberger zwar auch das Glück auf ihrer Seite. Die nun um einen Platz auf Rang sechs zurückgefallenen Mattersburger hatten an diesem Tag aber vor allem in der zweiten Hälfte nichts entgegenzusetzen. Der Anschlusstreffer von Alexander Ibser in der Nachspiel kam zu spät.

Die erste Chance in der Partie hatten die Gäste, ÖFB-A-Team-Neuling Karim Onisiwo traf nach einem weiten Perlak-Zuspiel von links aber nur das Außennetz (6.). Anschließend übernahm Wolfsberg Stück für Stück die Kontrolle und kam auch zu Möglichkeiten. Zunächst tauchte in der 18. Minute Jacobo im Strafraum auf, sein Zuspiel traf Nedeljko Malic an der Hand - eine Elfmeter-Entscheidung gegen die Burgenländer wäre in dieser Situation aber wohl zu hart gewesen.

Boris Hüttenbrenner verfehlte kurze Zeit später nach einem Eckball per Kopf das Tor (22.), in der 38. Minute rettete SVM-Goalie Markus Kuster vor Nemanja Rnic. Auf der Gegenseite war es Markus Pink, der mit einem Kopfball scheiterte (42.). Wenige Momente vor dem Ende der ersten Hälfte stand dann Ouedraogo goldrichtig und drückte den von Kusters Brust zurückspringenden Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Das dritte Saisontor des Ex-Admiraners war eines von der kuriosen Sorte, denn zuvor prallte das Spielgerät wie eine Flipperkugel zwischen mehreren Köpfen hin und her.

Minuten nach Wiederbeginn schnürte Ouedraogo seinen Doppelpack. Ein Christoph-Rabitsch-Pass auf Joachim Standfest hebelte die Mattersburg-Abwehr aus, die flache Hereingabe des Kapitäns verwertete der Stürmer aus Burkina Faso in der Mitte mit dem ersten Kontakt. Die Abseitsstellung von Standfest beim Zuspiel von Rabitsch hatte der Assistent an der Seitenlinie zum Glück für die Kühbauer-Truppe übersehen. In der 58. Minute verpasste Jacobo die vorzeitige Entscheidung mit einem missglückten Schuss über das Tor.

Die Lavanttaler hielten Mattersburg in weiterer Folge vom Strafraum fern und lauerten auf Konter. Bei den Burgenländern fehlten jedoch zündende Ideen im Spiel nach vorne - und grundsätzlich der Elan. Onisiwo versuchte es aus der Distanz, schoss aber daneben (71.). Erst als es gegen Ende schon danach ausschaute, als ob der WAC dem 3:0 näher wäre als Mattersburg dem Anschlusstreffer, staubte der eingewechselte Ibser nach Onisiwo-Assist zum 1:2 ab (94.).

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Kein Sieger bei Admira gegen Altach

Altach hat nach dem Aus im ÖFB-Cup-Achtelfinale am Mittwoch gegen Austria Wien in der Fußball-Bundesliga zumindest einen Teilerfolg gefeiert. Die Vorarlberger trennten sich am Samstag in der 15. Runde auswärts von Admira Wacker Mödling 1:1 (1:0) und müssen als Achter weiter den Blick in der Tabelle eher nach hinten richten. Der Abstand auf Platz zehn und Neo-Schlusslicht Ried beträgt sechs Zähler.

Daniel Luxbacher (27.) machte den Altachern Hoffnung auf den zweiten Auswärtssieg im achten Spiel in der Fremde, Admira-Kapitän Christoph Schößwendter (74.) sicherte den Hausherren mit einem verwandelten Foulelfmeter aber noch einen verdienten Punktgewinn. Der 27-Jährige war im Gegensatz zu Stephan Zwierschitz und Lukas Grozurek rechtzeitig fit geworden und durfte sich über seinen vierten Saisontreffer freuen.

Die Admira blieb damit auch im zweiten direkten Saisonduell nach dem 2:1 in Altach ungeschlagen und teilte in der Liga zum dritten Mal in Folge die Punkte. Mit 23 Punkten liegen die Südstädter auf Rang fünf, der Abstand auf die Altacher blieb mit sieben Zählern gleich. Für die Canadi-Truppe war es das erste Saisonremis überhaupt.

Die Altacher begannen in der BSFZ-Arena gut, ließen aber erste Halbchancen ungenützt. Aufseiten der Niederösterreicher prüften Thomas Ebner (14.) und Srdjan Spiridonovic (21.) Altach-Tormann Andreas Lukse. Es sollten die einzigen Admira-Möglichkeiten bis zur Pause bleiben, die Hausherren hatten einmal mehr im Spiel nach vorne große Probleme.

Die Vorarlberger hatten zwar deutlich weniger Ballbesitz, wirkten aber besser. Der Führungstreffer (27.) fiel aber nur dank tatkräftiger Mithilfe der Hausherren. Ein missglückter Wessely-Klärungsversuch landete genau bei Luxbacher, der an Jörg Siebenhandl vorbeizog und einschoss.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Admiraner mehr Risiko, die Altacher stellten die Offensivbemühungen ein, lauerten nur mehr auf Konter. Bei einem Lackner-Abschluss aus abseitsverdächtiger bester Position musste Lukse all sein Können aufbieten (60.), zudem ging ein Sax-Weitschuss daneben (71.).

Die Admiraner wurden für ihren Aufwand aber doch noch belohnt. Lukas Jäger brachte Dominik Starkl im Strafraum zu Fall und Schößwendter ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht entgehen (74.). Danach hielt der starke Lukse den Punkt für die Gäste fest, der Neo-Teamspieler war bei einem Spiridonovic-Schuss auf dem Posten (83.).
 

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