Roulette

Red Bull Favorit vor Quali in Monaco

12.05.2010

Rekord-Weltmeister Michael Schumacher stapelt vor dem GP im Fürstentum tief.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Es ist kein Rennen wie jedes andere. Dazu ist nicht nur das Flair, sondern auch die Strecke zu speziell. Die Favoriten bleiben im Formel-1-Grand-Prix von Monaco allerdings die gleichen. Der Sieg führt auch im Fürstentum nur über Red Bull. Eine Vorentscheidung dürfte bereits das Qualifying am Samstag darstellen, das ob des hohen Verkehrsaufkommens von 24 Autos in der ersten Phase zum Lotteriespiel werden könnte.

Quali ist Hälfte des Rennens
"Es ist bereits tausend Mal gesagt worden. Ein gutes Qualifying ist in Monaco schon mehr als die Hälfte des Rennens", erklärte Barcelona-Sieger Mark Webber. Im Kampf gegen die Uhr haben der Australier und sein Teamkollege Sebastian Vettel besonders gute Karten, haben die Bullen doch in allen fünf Rennen der laufenden Saison die Pole Position geholt. "Unser Auto sollte auch hier sehr, sehr gut laufen", meinte Webber.

Konstanz bremst Red Bull
Der RB6 war zuletzt auch in langsamen Kurven schnell gewesen, zudem kommt in den Straßenschluchten der Nachteil im Topspeed-Bereich - aufgrund des schwächeren Motors und noch nicht verwendeten Luftschacht-Systems - weniger zum Tragen. Lediglich Probleme mit der Standfestigkeit haben es bisher verhindert, dass Vettel die WM anführt. "Wir müssen konstanter werden", sagte der Jungstar, dem zehn Punkte auf WM-Leader Jenson Button fehlen.

Button hatte auf dem Weg zum WM-Titel im Vorjahr in Monaco eine Sternstunde erlebt. Unvergessen ist der Sprint des Engländers über die Start-Ziel-Gerade zur Siegerehrung in die Fürstenloge. "Das war ein großer Augenblick", erinnert sich Button. Für viele Piloten zählt ein Sieg im Fürstentum gleich viel wie ein WM-Titel.

Senna immer noch Rekordsieger
Rekordsieger ist mit sechs Triumphen immer noch Ayrton Senna. Michael Schumacher hat den Klassiker fünfmal gewonnen, zuletzt 2001. In seine dreijährige Pause hatte sich der Rekordchampion 2006 aber mit einem "Park-Skandal" in der Rascasse-Kurve verabschiedet - einer absichtlichen Behinderung von Fernando Alonso im Qualifying. Vier Jahre später ist der 41-jährige Deutsche in einem schwächelnden Mercedes krasser Außenseiter.

"Wir hoffen, dass die Charakteristik des Stadtkurses unserem Auto besser entgegenkommt. Wir sollten aber nicht zu viel erwarten", betonte Schumacher. Zu groß - mehr als eine Sekunde pro Runde - sei der Rückstand in Barcelona gewesen. Dort war Webber der überragende Mann, hatte sogar seinem Stallrivalen Vettel die Show gestohlen. "Jetzt will ich auch in Monaco gewinnen, jeder will das. Es ist ein ganz spezielles Rennen", sagte Webber.

Geringerer Vorsprung der Bullen
Der Vorsprung der Bullen soll nicht ganz so groß sein wie zuletzt, hofft die Konkurrenz. "Monaco ist einzigartig, wir werden um den Sieg fahren", versprach McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. Seine Piloten Lewis Hamilton und Button hatten die beiden vergangenen Rennen im Fürstentum gewonnen und in weiterer Folge auch den Titel geholt. Zum Unsicherheitsfaktor könnte neben dem Quali-Verkehr das Wetter werden. Bis Sonntag sind täglich Regenschauer möglich.

Freies Training am Donnerstag
Das freie Training steht wie immer in Monaco bereits am Donnerstag auf dem Programm. Der Österreicher Christian Klien, in Barcelona als Entwicklungspilot für den Nachzügler Hispania im Auto, ist diesmal zugunsten der Stammfahrer Bruno Senna und Karun Chandhok nicht im Einsatz. "Hier ist es doppelt schwer, sich auf die Strecke einzustellen", erklärte Klien. "Mit meiner Arbeit war das Team aber sehr zufrieden." In zwei Wochen in Istanbul hofft der Vorarlberger daher wieder auf einige Kilometer.

Durch die direkte Anreise aus Barcelona waren die Rennställe in Monaco in Zeitverzug geraten. Mittwochmittag herrschte im Fahrerlager daher noch Chaos, viele Motorhomes waren noch nicht einmal aufgebaut. Lediglich die schwimmende Energy Station von Red Bull prangte wie immer bereits im Hafenbecken. Das österreichisch-englische Team ist der Konkurrenz also nicht nur auf der Strecke voraus.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel