Melbourne

Qualifying wegen Regens abgebrochen

16.03.2013

Qualifying musste abgebrochen und auf Sonntag verschoben werden.

Zur Vollversion des Artikels
© Reuters
Zur Vollversion des Artikels

Die Formel 1 kommt 2013 weiterhin nur schwer in die Gänge. Nach wenig ertragreichen Wintertestfahrten in Europa musste am Samstag mit dem Qualifying für den Auftakt-Grand-Prix in Melbourne auch der erste echte Test der Hackordnung wegen eines Unwetters abgebrochen werden. Nach dem ersten Umlauf mit einigen regenbedingten Unfällen wurden die zwei restlichen K.o.-Ausscheidungen auf Sonntag verschoben. Das erste von 19 Saisonrennen soll aber programmgemäß um 7.00 Uhr MEZ gestartet werden.

Straßenkurs ohne Flutlicht
Besser gesagt: Es muss um diese Zeit los gehen, denn das entspricht der Ortszeit von 17.00 Uhr und kurz nach halb acht Uhr geht um diese Jahreszeit über Melbourne die Sonne unter. Der Straßenkurs im Albert Park, wo am Sonntag die WM 2013 mit dem Grand Prix von Australien beginnt, verfügt über kein Flutlicht.

Fahrer über Abbruch froh
Die hereinbrechende Dunkelheit war auch am Samstag einer der Gründe, warum nach mehreren regenbedingten Verzögerungen um 18:47 Uhr Ortszeit abgebrochen und die zwei fehlenden Ausscheidungen zur Ermittlung der restlichen Startaufstellung auf Sonntag 11.00 Uhr (1.00 MEZ) verschoben wurde. Der Abbruch nach dem Q1, in dem es auf dem nassen Straßenkurs zahlreiche Dreher und Unfälle unter den 22 Fahrzeugen gegeben hatte, wurde von praktisch allen Teams und Fahrern gut geheißen.

Strecke rutschig
Die Piloten hatten neben dem Regen vor allem Probleme damit, dass auf dem Stadtkurs, auf dem sonst der normale Straßenverkehr rollt, viele der weißen Fahrbahnmarkierungen für den Grand Prix schwarz übermalt worden waren. Dennoch blieben diese Stellen enorm rutschig. "Speziell in den schnellen Kurven elf und zwölf war das wirklich ein Problem", berichtete der dreifache Melbourne-Sieger Jenson Button. "Auf einer permanenten Strecke wäre es heute sicher leichter gewesen."

"Es ist ein einziger See"
Aber nur bedingt, denn Button gestand auch ein: "Egal wie schnell man bei Regen fährt, man hat fast immer Aquaplaning. Die Reifen packen das Wasser einfach nicht. Da war kein Unterschied mehr zwischen einem Fluss und der Strecke, es ist ein einziger See. Die Autos sind bei solchen Bedingungen schwer zu kontrollieren", sagte Button, der sich mit seinem schwächelnden McLaren aber als Achter unmittelbar hinter Weltmeister Sebastian Vettel problemlos für das Q2 qualifizierte.

Probleme bei Vettel
Der deutsche Red-Bull-Pilot, der am Freitag bei beiden freien Trainings Schnellster gewesen war, hatte zuvor im dritten Training seinen Red Bull mit einem vermeintlichen Hydraulikproblem abstellen müssen. Im Q1 war der Dreifach-Champion, der sich mit Red Bull angeblich über eine Vertragsverlängerung bis 2016 bereits einig ist, aber wieder voll dabei.

Bestzeit für Rosberg
Im Q1 war u.a. mit Pastor Maldonado (Williams) immerhin ein ehemaliger GP-Sieger sowie mit Esteban Gutierrez ein Sauber-Pilot auf der Strecke geblieben. Bestzeit erzielte der deutsche Mercedes-Fahrer Nico Rosberg vor Fernando Alonso im Ferrari sowie Romain Grosjean im Lotus. Lewis Hamilton rutschte mit dem zweiten Mercedes ebenfalls ein Mal aus, brachte das Auto aber fast unversehrt an die Box zurück.

"Ösi"-Duo hofft auf Steigerung
Die Wetterprobleme sind insofern bemerkenswert, weil in Südaustralien ausgerechnet in dieser Woche eine fünfmonatige Hitzperiode zu Ende gegangen ist. Zuletzt hatte übrigens 2010 in Japan die komplette Quali am Sonntag ausgetragen werden müssen, ebenfalls wegen Regen. Wegen der Verschiebungen mit folgender Absage fühlte sich der neue Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff prompt ein wenig an den alpinen Skiweltcup erinnert.

"Fürs Wetter können wir aber nichts. Die Entscheidung war richtig, es war einfach schon zu dunkel", sagte der Wiener. Seine Hoffnung: "Auf eine verpfuschte Generalprobe folgt hoffentlich eine gute Aufführung." Auch Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda sah das so. "Dafür, dass das Wetter so verrückt spielt, kann niemand etwas. Ich hoffe nur, es bleibt am Sonntag genügend Zeit für eventuelle Reparaturen." Zur Rosberg-Bestzeit meinte Lauda: "Ein Silberpfeil am Horizont." Eines bleibe aber unverändert: "Zu schlagen gilt es Red Bull."

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel