Rallye

Weiterer Dakar-Biker verunglückt

03.01.2012

Der Franzose Coue wurde nach Hitzekollaps kurzzeitig in Koma versetzt.

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Die schlimmen Nachrichten von verunglückten Motorradfahrern in der Rallye Dakar reißen nicht ab. Wie argentinische Medien am Dienstag berichteten, wurde der Franzose Sebastien Coue am Montag in den Dünen von El Nihuil gefunden. Wie lange er der prallen Sonne ausgesetzt war, ist unbekannt. Coue soll bewusstlos gewesen sein.

Er wurde den Berichten zufolge mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Schestakow in San Rafael gebracht. Coue sei bei einer Körpertemperatur von 40 Grad in ein Koma versetzt worden, erklärte Spitals-Direktor Alberto Dauverne der argentinischen Nachrichtenagentur DyN.

Dauverne hatte den Zustand des Piloten am Montag als kritisch eingestuft. Er habe keinen Unfall erlitten, sondern sei wegen der großen Hitze von über 40 Grad Celsius in Ohnmacht gefallen. Leichte Entwarnung gab es am Dienstag von Coues Team. Er sei wieder bei Bewusstsein, schrieb das Team Performance Enduro auf seiner Homepage. Die Situation scheine weniger besorgniserregend als zu dem Zeitpunkt, als Coue ins Krankenhaus gebracht worden sei.

"Inferno"
"Es ist ein Inferno", titelte die Sportzeitung "Ole" am Dienstag auf ihrer Homepage. Ebenfalls am Montag war bereits Coues Landsmann Bruno Da Costa auf seiner Yamaha mit einer Kuh kollidiert. Der Fahrer wurde per Hubschrauber in ein Krankenhaus in Mendoza gebracht. Der Rundfunksender Radio Rivadavia hatte berichtet, dass sich Da Costa nicht in Lebensgefahr befinde. Argentinische Medien zitierten am Dienstag aus einer Mitteilung der Dakar-Veranstalter, wonach er sich neben inneren Hämatomen auch eine Fraktur der Wirbelsäule zugezogen haben soll. Die Kuh kam bei dem Unfall um.

Kurz vor dem Unfall hatte der peruanische Motorradfahrer Manuel Jamett aufgegeben. "Der Motorradfahrer ist auf der Wertungsprüfung nach Kilometer 206 gestürzt und wird von den Veranstaltern versorgt. Er hat sich mehrere Zehen gebrochen und beschlossen, aufzugeben", hieß es vom Veranstalter. Der argentinische Motorradpilot Sergio Cerdera ist indessen auf der zweiten Etappe mit seiner Kawasaki gegen ein Pferd gefahren. Auch er wurde mit Prellungen und Schürfwunden ins Schestakow-Spital gebracht, verließ es aber noch am Abend, um das Rennen wieder aufzunehmen, erklärte Dauverne.

Schon drei Tote
Gleich zu Beginn der Dakar, die in diesem Jahr zum vierten Mal durch Südamerika führt, war der argentinische Motorradfahrer Jorge Martinez Boero tödlich verunglückt. Wie am Tag darauf bekanntwurde, starben am Sonntag zudem zwei Insassen eines Ultraleichtflugzeugs, die das Rennen offenbar aus der Luft verfolgt hatten. Sie waren mit der Maschine abgestürzt. Damit hat die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar seit ihrer ersten Austragung 1979 rund 60 Todesopfer gefordert.

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