oe24-Prognose
Assinger: "Das sind meine Gold-Favoriten"
05.02.2026Lesen Sie, wen der oe24-Olympiaexperte und langjährige ORF-Skianalytiker Armin Assinger für das Abfahrts-Highlight am Samstag ganz oben auf der Rechnung hat - und warum sich die Österreicher trotz Außenseiterrolle Hoffnungen machen dürfen.
Ich wäre nicht der Assinger, wenn ich nicht vorweg mit einer Quizfrage starten würde! Also, was ist eine Olympiade? Bitte nicht Prof. Google fragen …
Die ersten beiden Abfahrtstrainings auf der berühmten, schwierigen und nicht minder berüchtigten „Pista Stelvio“ in Bormio sind einmal erledigt. Nun gilt es die ersten Eindrücke für die nächsten Trainings entsprechend zu verarbeiten. Die einen haben schon bis kurz vor das Ziel ziemlich angedrückt, während andere vor allem beim ersten Herantasten am Mittwoch etwas gelassener ans Werk gegangen sind, was wohl wiederum den dürftigen Sichtverhältnissen zuzurechnen ist.
Es ist ja bekannt, dass es in Bormio auch bei schönstem Wetter an vielen Stellen dunkel ist, weil sich die Piste nach Westen hin ausrichtet und sich die Sonne, ganz besonders zum normalen Renntermin im Dezember, mit der Bestrahlung der Strecke sehr zurückhält. Jetzt im Februar ist es zwar entschieden besser, nur wenn es halt bedeckt ist (wie am Mittwoch), ist es immer diffus.
Danke für die Bilder an ORF-Starregisseur Kögler
Schön waren die Bilder, die uns ORF-Starregisseur Michael Kögler mit seinem Team gleich vom ersten Training ins Haus geliefert hat. Man merkt halt, dass da einer am Werk ist, der mit viel Begeisterung an die Arbeit geht, neue Blickwinkel kreiert, die Läufer so groß einfängt, dass wir fast das Weiß in den Augen sehen und uns Fans somit die ganze Dramatik des Kampfes Mann gegen Berg eindrucksvoll spüren lässt.
Das erste Training darf man zwar nicht überbewerten, aber einen Aufschluss gab es natürlich schon. Die, die heurigen Rennen dominierten, sind wieder einmal ganz vorne mit dabei. Kraftlackl Vincent Kriechmayr und die steirische Eiche Stefan Babinsky befinden sich auf alle Fälle in Schlagdistanz. Auch Raphael Haaser hat im zweiten Training an die Top 10 herangeschnuppert, er bleibt aber einfach unberechenbar.
Bei Daniel Hemetsberger hoffen wir, dass es bei den Schrammen im Gesicht bleibt, und dass keine weiteren Verletzungen auftauchen.
Gold an Italien oder Schweiz, oder ...?
Nun zu meinen Favoriten: Wer hat richtig Druck, wer muss aufgrund der bisherigen Rennen so richtig abliefern? Auf alle Fälle die Schweizer und die Italiener! Eigentlich muss der Goldene aus diesen Ländern kommen, wenn, ja wenn es nicht Olympia wäre.
Immer wieder gab es in der Vergangenheit Überraschungssieger, denken wir an Bill Johnson 1984, Patrick Ortlieb 1992, Tommy Moe 1994, Jean Luc Cretier 1998 oder auch an Antoine Deneriaz 2006, der den lange führenden Michi Walchhofer mit einer Fahrt „wie die g’sengte Sau“ noch abfangen konnte. Und genau so verhält es sich auch mit den Platzierten auf 2 und 3 – immer wieder Überraschungen!
Unsere Männer haben nichts zu verlieren, sie gehören ja nicht zum engsten Favoritenkreis. Sie können daher wirklich auf „Teufl kumm außa“ attackieren. Genau das macht sie, angeführt von Vinc Kriechmayr, auch wieder zu sehr gefährlichen Außenseitern.
Wird die Uhr nach 1060 Tagen "auf Null" gestellt?
Am 7.Februar werden 1060 Tage ohne österreichischen Abfahrtssieg vergangen sein. Hoffen wir also, dass es gelingen wird, die Uhr am Samstag wieder auf „Null“ zu stellen. Unser Team wird auf alle Fälle alles daransetzen, dieses Vorhaben zu verwirklichen.
Für mich zeichnen sich folgende Favoriten für Edelmetall ab:
5 Sterne plus: Franjo von Allmen (SUI), Giovani Franzoni (ITA)
5 Sterne plus: Marco Odermatt (SUI), Dominik Paris (ITA)
4 Sterne: Ryan Cochran-Siegle (USA), Alexis Monney (SUI), Vincent Kriechmayr (AUT), Mister X
3 Sterne: Stefan Rogentin (SUI), Daniel Babinsky (AUT), Daniel Hemetsberger (AUT), Nils Allegre (FRA), Matteo Casse (ITA) und Mister Y
Mister X und Y sind die, die bei Olympia niemand auf der Rechnung hat und da die Fahrt ihres Lebens hinlegen. Wie schätzt Ihr, liebe Skifans, die Situation ein?
PS: Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage bin ich Ihnen noch schuldig. Nun, als Olympiade wird streng genommen die Zeiteinheit zwischen Olympischen Spielen, also 4 Jahre (z.B. Peking 22 bis Mailand/Cortina 26) bezeichnet. Richtig, setzen! Und jetzt Daumen drücken für Rot-Weiß-Rot!