Schwerer Verdacht

Schummel-Ärger: FIS bestraft Norweger

16.02.2026

Norwegen räumt bei den Olympischen Spielen ab - nun tauchen aber immer mehr Schummel-Vorwürfe auf.

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Beim Langlauf-Staffelrennen der Männer gab es wieder Ärger um die siegreichen Norweger. Trotz des klaren Sieges um Rekord-Olympiasieger Johannes Høsflot Klæbo steht die Mannschaft im Zentrum einer Kontroverse um mögliche Regelverstöße – und wurde vom Internationalen Skiverband (FIS) tatsächlich bestraft.

Die Norweger, die bislang nahezu alle Wettkämpfe dieser Spiele für sich entscheiden konnten, feierten am Sonntagabend in Tesero den zweiten Staffelerfolg der Spiele. Doch der Jubel bekam einen Dämpfer, als bekannt wurde, dass ein Servicemitarbeiter der Nationalmannschaft kurz vor dem Start auf der bereits gesperrten Loipe Ski testete – und damit offenbar Informationen über den Zustand der Strecke erlangte, die den anderen Teams nicht zur Verfügung standen.

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„Es ist schon interessant, wenn die Loipen um Viertel nach elf gesperrt sind und ich neben dem Zaun stehe, während die Norweger die Skier testen. Vielleicht halten sich die von der FIS ja nicht mehr so an die Regeln …“, kritisierte Finnlands Langläufer Iivo Niskanen (34) nach dem Rennen.

Milde Strafe – heftige Kritik

Die FIS griff ein – allerdings mit einer vergleichsweise milden Konsequenz. Statt einer Disqualifikation oder Zeitstrafe wird Norwegen im folgenden Team-Sprint einen Servicetechniker weniger auf die Loipe schicken dürfen. Ob das für das Top-Team wirklich ein Nachteil ist, gilt unter Beobachtern als fraglich.

Der norwegische Skiverband versuchte den Vorfall zu erklären: „Im Zusammenhang mit dem Skitest vor dem heutigen Staffelrennen bei den Olympischen Spielen hat einer unserer Skitechniker einen Fehler begangen. Der Skitechniker hat den Zeitpunkt der Sperrung der Loipe missverstanden und sich nach der Sperrung noch 8–10 Minuten in der klassischen Loipe aufgehalten, während die Skating-Loipe noch offen war.“

Immer wieder Vorwürfe

Doch damit nicht genug: Bereits in der vergangenen Woche hatte die norwegische Mannschaft für Aufsehen gesorgt, als im Sprint-Servicebereich eine Wachsmaschine eingesetzt wurde, die laut den ursprünglichen Regeln verboten war, aber aufgrund einer kurzfristig erteilten Sondergenehmigung genutzt werden durfte – und über die andere Nationen nicht informiert wurden.

Deutliche Worte kamen von Deutschlands Langlauf-Sportdirektor Peter Schlickenrieder (55): „Das ist meiner Meinung nach ein ganz klares Versagen der FIS-Verantwortlichen – zum wiederholten Male. Das ist einfach nur bitter.“