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Super-Scheib: Keine Hektik, aber heiß auf GOLD

15.02.2026

Als Führende im Disziplinweltcup und vierfache Saisonsiegerin geht Julia Scheib bei den Olympischen Spielen in den Riesentorlauf am Sonntag (10.00 und 13.30 Uhr/live ORF 1).  

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Die Steirerin fühlt sich für ihr Olympia-Debüt und den Kampf um die Medaillen gut gerüstet, erwartet auf der Tofana in Cortina d'Ampezzo aber ein "ordentliches Battle" und hat vor allem die Italienerin Federica Brignone auf der Rechnung.

Brignone hat nach neunmonatiger Verletzungspause im Jänner ihr Comeback gegeben, vor ihren Heimspielen nur zwei Weltcups bestritten und sich dennoch Gold im Super-G geholt. "Die weiß, wie man gewinnt, die habe ich ganz oben auf der Liste. Dass sie das bei der Sicht so runterfährt, hat mich schwerst beeindruckt", erklärte Scheib. Aber auch sie fühlt sich bereit, ihre herausragende Saison gibt ihr Selbstvertrauen und Sicherheit. "Ich weiß, was es braucht. Der Grundspeed ist gut, es passt einiges, darauf kann ich mich verlassen", meinte die 27-Jährige.

Scheib ließ keine Hektik aufkommen

Dem Olympia-Trubel ist sie lange aus dem Weg gegangen, hat zu Hause trainiert, ist erst am Donnerstag, ähnlich wie bei Weltcuprennen, angereist und hat mit einem Spaziergang durch den Ort auch das Olympia-Flair genossen. "Ich wollte vermeiden, dass Hektik entsteht, ich glaube, das ist gut gelungen." Vor Ort ist die Spannung natürlich gestiegen. "Es ist was Großes, das spürt man. Die Vorfreude ist schon riesig, ich freue mich, dass ich endlich drankomme. Ich werde ordentlich Druck verspüren. Das ist auch gut so, das hilft auch, die Bestleistung zu zeigen", erklärte Scheib und ergänzte: "Ich kann null einschätzen, wie ich reagieren werde."

Am Samstag stand das erste Kennenlernen der Tofana, auf der sie noch kein Rennen gefahren ist, auf dem Programm. Über Wetter- und Schneebedingungen zerbricht sie sich dabei nicht den Kopf. "So wie es ist, muss ich es annehmen. Wir hatten heuer schon unterschiedliche Verhältnisse, ich konnte damit gut umgehen", gab sie sich gelassen.

Die Überlegung, mit einem Start im Super-G die Bedingungen besser kennen zu lernen, wurde ad acta gelegt. "Als Athletin willst du so viele Rennen wie geht fahren. Ich fahre unglaublich gern Super-G, aber bei Olympia geht es um Medaillen und ich bin heuer viel zu wenig Super-G gefahren, dass ich da auch nur ansatzweise mitfahren hätte können. Es sind die Richtigen aufgestellt worden, ich habe mich gut auf den Riesentorlauf konzentrieren können", betonte Scheib.

Erfolg der Teamkolleginnen nimmt keinen Druck weg

Dass ihre ÖSV-Kolleginnen schon Gold (Ariane Rädler und Katharina Huber in der Teamkombi) und Bronze (Cornelia Hütter im Super-G) gewonnen haben, freut Scheib, ändert aber nichts an ihrer Herausforderung. "Wenn ich ohne Medaille heimfahre, ist es für mich eine Riesenenttäuschung. Da hilft es nichts, wenn wer anderer eine Goldmedaille hat. Ich habe mich riesig mitgefreut, trotzdem hat das nichts mit meinem Rennen zu tun", betonte sie.

Während Scheib mit viel Selbstvertrauen in den Saisonhöhepunkt geht, verlief der Winter für Stephanie Brunner bisher nicht nach ihren Vorstellungen. Ohne Druck will die Tirolerin nun besser performen. "Ich bin zwar keine Medaillenkandidatin, das weiß ich, aber wir wissen, dass bei Olympia alles passieren kann. Ich kann nur gewinnen, kann voll attackieren, brauche nicht nachdenken und ich will einfach meine guten Schwünge auspacken", sagte die 31-Jährige.

Erholung & Abstimmung

Erholung und gute Trainings standen zuletzt auf dem Programm, aber auch an der Abstimmung wurde noch gefeilt. "Ich habe vom Material her noch einmal was probieren können und ich glaube, das war jetzt noch einmal ein guter Step für mich selber", erklärte Brunner. Ihre dritten Spiele könnten auch ihre letzten sein. "Ich will alles aufsaugen und genießen. Möchte jeden Schwung genießen", betonte sie daher.

Für Lisa Hörhager (24) und Nina Astner (25) heißt es vor allem Erfahrung sammeln. Hörhager hatte in der Teamkombination schon einen Einsatz, aber "meine Leistung war eher nicht zufriedenstellend", kommentierte sie ihre Slalomfahrt selbstkritisch. Astner, die in der vergangenen Saison noch Europacup gefahren ist, steht vor ihrem Olympia-Debüt. "Dass ich da sitzen darf, ist unbeschreiblich cool. Ich bin schon sehr nervös", gestand sie bei der Pressekonferenz. "Ich habe mit dem Weltcupstart in Sölden sehr viel Selbstvertrauen getankt, mich auch skitechnisch weiterentwickelt. Ich schaue, dass ich jeden Moment genieße und meine besten Schwünge auspacke", meinte die Tirolerin.