In Montreal

Das ist der kuriose Gegner von Thiem

06.08.2019

Gegner von Thiem ist mit Shapovalov kanadischer Shootingstar mit kuriosem Lebenslauf.

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Dominic Thiem hat nur zwei Tage nach seinem Kitzbühel-Triumph in Montreal die Vorbereitung auf das Masters-1000-Turnier aufgenommen. Der 25-jährige Niederösterreicher kennt seit wenigen Stunden seinen ersten Gegner: Die Nummer zwei des Turniers trifft am Mittwoch auf Denis Shapovalov. Der 20-jährige Kanadier besiegte in Runde eins den Franzosen Pierre-Hugues Herbert 6:3,7:5.

Thiem möchte in Montreal endlich seine Negativ-Bilanz beim Coupe Rogers, der jährlich alternierend mit Toronto dieses Jahr wieder in Quebec ausgetragen wird, verbessern. In bisher fünf Auftritten hat der Weltranglisten-Vierte immer gleich zum Auftakt (entweder in Runde eins oder nach einem Freilos in Runde zwei) verloren.

Gegen Shapovalov (ATP-32.) hat Thiem das bisher einzige Duell 2018 im Achtelfinale von Acapulco glatt mit 6:2,6:3 gewonnen. "Er ist hier in der ähnlichen Situation wie ich es letzte Woche war. Er spielt mit voller Unterstützung vom Publikum", meinte Thiem, der sich gut an Shapovalovs Leistung 2017 erinnert. "Da ist sein Stern aufgegangen, genau an diesem Ort als er den Rafa (Nadal) geschlagen hat."

Kurioser Gegner von Thiem

Der damals 18-Jährige scheiterte erst im Halbfinale am späteren Turniersieger Alexander Zverev. Besonders kurios liest sich der Steckbrief von Shapovalov. Der 1,83-Meter-Mann wurde in Tel Aviv als Kind russischer Eltern geboren. Erst später ging die junge Familie nach Kanada. Mittlerweile hat der Wandervogel Kanada aber verlassen, er wohnt auf den Bahamas.

Shapovalov könne sich auf rund 13.000 Leute verlassen. "Genau das, was schön war letzte Woche, wird schwierig diese Woche, weil die ganzen Leute für ihn sind. Aber auch solche Spiele sind besonders. Gegen ihn macht es immer Spaß, weil er einfach sehr risikoreich und sehr cooles Tennis spielt."

Thiem hat nach seinem ersten Heim-Titel vor vierfach ausverkauftem Stadion in Kitzbühel natürlich viel Selbstvertrauen nach Kanada mitgebracht. Ob er glaubt, dass dieser Erfolg in Tirol seine Popularität in Österreich gesteigert hat? "Die Resonanz war schon groß, aber ich glaube, dass in Österreich die Resonanz generell sehr groß ist. Der Titel war so irgendwie das letzte Mosaiksteinchen, dass mir gefehlt hat", weiß auch Thiem und hat schon das nächste Ziel in der Heimat im Visier.

"Natürlich habe ich noch eine Rechnung offen mit Wien." Dennoch sei der Gewinn der "Goldenen Gams" eine "riesengroße Sache, die ich geschafft habe". "Es ist schon auch ein riesengroßer Druck auch von mir abgefallen. Viele Leute in Österreich haben es auch erwartet, weil sehr überraschend auf dem Papier ist der Sieg ja nicht gekommen, auch deswegen war er umso schwerer."

Turniersieg als beste Vorbereitung

Dass die Vorbereitung auf Hartplatz samt kurzer Zeitumstellungszeit darunter extrem gelitten hat, glaubt Thiem nicht. "Ein Turniersieg ist immer die beste Vorbereitung auf die nächste Woche. Das kann die kurze Vorbereitungszeit und den Jet lag einigermaßen kaschieren. Es wird trotzdem sehr schwer." Er hat nur wenige Tage zum Trainieren, musste am Montag noch vorsichtig trainieren. "Ich spüre schon noch die Anreise und die Zeitumstellung. "Ich kann für nichts garantieren, aber die spielerische Form passt sehr gut, die passt immer sehr gut nach einem Sieg."

Ein anderes Detail passt nun auch: Thiem hatte schon seit Anfang des Jahres am richtigen Set-up in Sachen Besaitung gesucht und auch mit einer Hybrid-Saite gespielt, also einer Mischung aus Kunst- und Darm-Saiten. "Ich habe eine neue Saite von Babolat, es ist nicht mehr Hybrid, es ist voll Kunst. Vor Hamburg habe ich zu der Saite gewechselt", erzählte Thiem und ist sehr froh darüber. "Das hat von Anfang an sehr gut funktioniert, ich bin glücklich." Diese Saite tauge ihm nun sehr. "Dabei bleibe ich jetzt, egal, auf welchen Belag es geht."

Den Belag in Montreal hat er nach ersten Trainings u.a. mit dem Italiener Fabio Fognini übrigens als "ziemlich langsam" empfunden. "Der Wechsel ist nicht so groß. Ich kann meinen Slice mehr benutzen, der Aufschlag ist auch ein großer Unterschied. Ich werde jetzt wieder mit voller Power flacher spielen", verrät er.

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