Entscheidung

Rodionov rettet Tennis-Asse gegen Japan

07.02.2026

Das heimische Tennis-Team hat sich dank Jurij Rodionov im Davis-Cup-Duell gegen Japan doch noch durchgesetzt. Im Entscheidungsspiel setzt sich unser Ass mit 5:7, 6:1, 6:0 gegen Yoshihito Nishioka durch.

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Österreichs Davis-Cup-Team hat einen 1:2-Rückstand in Tokio zum 3:2-Auswärtssieg über Japan gedreht und steht in der zweiten Qualifikationsrunde. Jurij Rodionov und zuvor Lukas Neumayer holten am Samstag die entscheidenden Punkte. Neumayer glich nach der Doppelniederlage von Alexander Erler/Lucas Miedler durch ein 6:3,6:3 über Shintaro Mochizuki aus. Rodionov wurde wie im Vorjahr in Ungarn durch ein 5:7,6:1,6:0 über einen angeschlagenen Yoshihito Nishioka zum ÖTV-Helden.

Nachdem Alexander Erler und Lucas Miedler in Tokio gegen die Außenseiter Takeru Yuzuki/Yosuke Watanuki nach 2:45 Stunden 6:7(4),7:6(7),4:6 verloren hatten, stand Neumayer, der anstelle von Sebastian Ofner spielte, beim Stand von 1:2 mit dem Rücken zur Wand. Nach überzeugender Leistung fertigte der Salzburger aber die japanische Nummer eins, Shintaro Mochizuki, klar 6:3,6:3 ab. Rodionov verlor im abschließenden Einzel zwar Satz eins, behielt aber die Nerven. Österreich ist damit auf Kurs in Richtung neuerlicher Teilnahme am Final-8-Turnier in Bologna. Mit dem Sieg sicherte man sich ein Heimspiel am 18./19. oder 19./20. September gegen Bulgarien oder Belgien. Diese Partie wird erst am Sonntag entschieden.

Rodionov drehte Partie

Rodionov wurde wohl nicht sonderlich davon überrascht, dass es auch bei Japan mit Yoshihito Nishioka eine Änderung in der Aufstellung gab. Dem Niederösterreicher gelang es zwar nach einem Serviceverlust im Auftaktgame aus einem 1:3 ein 4:3 zu machen, er musste aber nach einem 40:0 seinen Aufschlag erneut zum 5:6 abgeben. Eine Rebreakchance ließ er gegen den wieselflinken Japaner ungenutzt, und so war Satz eins nach 54 Minuten verloren.

Der zweite Durchgang war nach Breaks zum 3:1 und 5:1 schnell vorüber, und Nishioka zeigte Schwierigkeiten mit dem linken Bein. Als der Japaner sich bei 0:3 im dritten Satz eine medizinische Auszeit nahm, sprach ein aufgeregter ÖTV-Kapitän Jürgen Melzer von einer "Sauerei". "Wir alle wissen, dass er Krämpfe hat", sagte er in Richtung Supervisor. Dafür ist ein "medical timeout" nicht vorgesehen. Rodionov blieb aber weit cooler und spielte das Match sicher zu Ende.

Neumayer: "Bin extrem stolz auf die Leistung"

Neumayer war gegen Mochizuki von Beginn an der Chef auf dem Platz. Nach einem Break zum 3:2 und einem weiteren zum 6:3 war Satz eins nach 35 Minuten Geschichte. Im zweiten Durchgang zog der 23-Jährige auf 4:1 davon, musste bei 2:4 den einzigen Breakball gegen sich abwehren und stellte auf 5:2. Neumayer verwertete nach 73 Minuten seinen zweiten Matchball mit einem Ass.

"Ich bin extrem stolz auf die Leistung", sagte Neumayer, der schon am Vorabend von seinem Einsatz erfahren hatte. Im zweiten Satz hätte es noch kippen können. "Dann habe ich noch wirklich gut aufgeschlagen im letzten Game", so der Salzburger, der in seiner Davis-Cup-Bilanz auf 4:1-Siege stellte.

Miedler: "Das Ergebnis tut weh"

Miedler bedauerte zuvor die knappe Niederlage. "Das Ergebnis tut natürlich weh. Es war, finde ich, gutes Niveau von allen vier. Die haben das ganze Match sehr gut serviert. Im Endeffekt haben ein paar Punkte gegen uns den Ausschlag gegeben", sagte der Niederösterreicher zur knappen Niederlage.

Im ersten Durchgang ging es ohne einen einzigen Breakball ins Tiebreak. In diesem führten Erler/Miedler, die als klare Favoriten von der Spielstärke der Gastgeber überrascht wurden, bereits mit 3:1. Doch Doppelspezialist Yuzuki und Watanuki machten die nächsten vier Punkte zum 5:3 und nutzten dann bei 6:4 den ersten Satzball nach 52 Minuten. Im zweiten Satz musste Erler beim Stand von 1:2 den ersten Breakball überhaupt abwehren, doch so richtig spannend wurde das Match bei 5:6. Die Japaner fanden bei Aufschlag Erler, 15:40 zwei Matchbälle vor, doch die Gäste retteten sich ins Tiebreak. In diesem gerieten Erler/Miedler 3:5 in Rückstand und mussten nach einem vergebenen Satzball bei 6:7 den dritten Matchball abwehren. Ein guter zweiter Aufschlag von Miedler durch die Mitte brachte dann aber beim dritten Satzball den Gleichstand zum 10:8. Satz zwei allein dauerte 64 Minuten. Im entscheidenden Satz musste Erler zweimal den Aufschlag abgeben, das Break zum 3:4 bedeutete die Vorentscheidung.