Teams mit vielen Baustellen

Kein Quarterback, kein Stadion: Chaos-Tag in der NFL

29.11.2020

San Francisco 49ers im Lockdown – Broncos ohne Quarterback – 18 Coronafälle bei den Ravens – Detroit haut sportliche Leitung raus.

Zur Vollversion des Artikels
© Getty
Zur Vollversion des Artikels

Am Samstag ging es in der NFL drunter und drüber. Und das obwohl nicht einmal gespielt wurde. Vier Teams standen im Fokus.

Die San Francisco 49ers spielen ihre Heimspiele im Levi’s Stadium in Santa Clara. Doch in dem County im Bundesstaat Kalifornien herrscht ab sofort ein dreiwöchiger Totallockdown. Selbst Kontaktsportarten sind untersagt – auch für Profis. Der Vorjahresfinalist braucht umgehend eine neue Heimat, denn auch das Training ist untersagt. Noch dazu müssen die 49ers in dem Zeitraum gleich zwei Heimspiele austragen: Am Montag den 7.12. gegen die Buffalo Bills und am Sonntag den 13.12 gegen das Washington Football Team. Direkt nach San Francisco können sie allerdings auch nicht ausweichen, weil dort ähnlich scharfe Maßnahmen gelten. Ein herber Rückschlag für den ohnehin schon kriselnden Kultverein.

Spielt ein Running Back als Quarterback?

Die Denver Broncos empfangen heute Nacht (22.05 Uhr) die New Orleans Saints. Doch noch ist völlig unklar wer den Super-Bowl-Sieger von 2015 als Quarterback aufs Feld führen wird. Nachdem Ersatzmann Jeff Driskel positiv getestet wurde gelten seine Kollegen Blake Bortles, Drew Lock und Brett Rypien als enge Kontaktpersonen. Heißt ausgerechnet im Heimspiel gegen das beste Team der NFC muss ein Notfalls-Quarterback her. Als mögliche Kandidaten gelten Running Back Royce Freeman oder Wide Receiver Kendall Hinton, der in seinen ersten drei Saisons am College bei Wake Forest Quarterback gespielt hat.

Doch das Team aus Colorado bewies Galgenhumor und fragte auch bei den Denver Nuggets an ob sie eventuell ihren Superstar Nikola Jokic ausleihen könnten.

 

 

Auch der verletzte Superstar der Broncos, Von Miller meldete sich zu Wort und brachte sich als Spielmacher für den Hit ins Gespräch:

 

 

Besonders bitter für Denver: Gegen New Orleans verlor man seit über 25 Jahren nicht – man wollte die Serie unbedingt weiter ausbauen.

Corona-Cluster bei den Ravens

Der Hit Pittsburgh – Baltimore hätte ursprünglich am Donnerstag als Thanksgiving-Highlight in der Prime Time stattfinden sollen. Doch weil bei den Ravens immer mehr Spieler und Betreuer positiv getestet wurden verlegte die NFL das Spiel vorsorglich auf Sonntag. Als die Schock-Meldung kam, dass auch Vorjahres-MVP Lamar Jackson einen positiven Test abgab wurde das Spiel sogar auf Dienstag (1.15 Uhr) verlegt. Doch der Ravens-Cluster weitet sich immer mehr aus. Mittlerweile sind 18 Spieler und Betreuer positiv, auch Steelers-Running Back James Conner wurde positiv getestet. Jetzt wackelt auch der Termin am Dienstag – das würde für ein gewaltiges Termin-Chaos in der NFL sorgen, weil die Steelers, als einzig unbesiegtes Team der NFL auf jeden Fall im Play-off dabei sein wird, auch die Ravens sind noch heiße Anwärter auf die k.o.-Phase.

Detroit schmeißt Chefcoach raus

Die Detroit Lions haben nach der 25:41-Niederlage am Donnerstag gegen Houston die Reißleine gezogen. Das Team aus der Motor-City entließ nach 2 Jahren Chefcoach Matt Patricia, der in seiner Zeit eine Bilanz von 13 Siegen, 1 Remis und 29 Niederlagen. Mit ihm wurde auch Sportdirektor Bob Quinn entlassen – die Lions wollen nächstes Jahr neu durchstarten und die Play-off-Durststrecke endlich beenden, der letzte Sieg in der Finalphase der NFL war am 5. Jänner 1992.

Zur Vollversion des Artikels