Ski-Insider

Rettete Kriechmayr ÖSV-Trainern den Job?

20.03.2026

Nach dem erlösenden Sieg in Courchevel will Abfahrtsstar Vincent Kriechmayr am Samstag (10.45 Uhr, ORF1 live) beim Weltcup-Finale in Kvitfjell nachlegen.

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Fast drei Jahre - so lange wie nie zuvor - hechelten die ÖSV-Herren einem Weltcupsieg in der Königsdisziplin Abfahrt hinterher. Dabei hatte der ehemalige Hermann-Maier-Trainer Andreas Evers vor knapp einem Jahr bei seinem Amtsantritt als Speedchef gemeint: "Wir gehen in jedes Rennen, um zu gewinnen." Und schien wie Vorgänger Sepp Brunner zu verzweifeln. Aber dann, auf der vorletzten Saison-Abfahrt in Courchevel, schlug Kriechmayr zu.

"Hatten Sie schon Angst um Ihren Job?", wollte oe24 von Evers wissen. Ausweichende Antwort: "Ich war ja erst seit sieben Abfahrtsrennen im Amt." Außerdem, so Evers, habe er einen Zweijahresvertrag. Tatsächlich weiß der Flachauer, was er Kriechmayr zu verdanken hat - und dass er jetzt in Ruhe weiterarbeiten kann. Evers: "Vinc ist Extraklasse, da brauchen wir nicht herumzureden." Doch für nächste Saison möchte er auch Raphael Haaser (zuletzt 5. in Courchevel) und Allrounder Marco Schwarz zu Siegläufern formen. Daniel Hemetsberger (6. in Courchevel) würden schon jetzt nur mehr Kleinigkeiten fehlen. Und mit Stefan Eichberger kommt der Aufsteiger der letzten Saison nach überstandenem Kreuzbandriss zurück.

Hoffen, dass Kriechmayr weitermacht

Wobei Evers um seinen Nummer-1-Abfahrer zittern muss: Kriechmayr will nach dem Weltcup-Finale (Super-G am Sonntag, 12.30 Uhr) über einen möglichen Rücktritt entscheiden.

Eine Entscheidung, auf die auch ÖSV-Herrenchef Marko Pfeifer mit Spannung wartet. Erst vor wenigen Tagen wurde Pfeifers Vertrag um weitere zwei Jahre verlängert. Im oe24-Talk gibt der Kärntner zu, dass die aus der Schweiz geschürten Diskussionen um seine Person nicht spurlos an ihm vorübergegangen sind. Ohne den Rückhalt durch die ÖSV-Chefs Mario Stecher und Christian Mitter bzw. den Zuspruch seiner Läufer hätte er wohl selbst das Handtuch geworfen. Pfeifer: "Ich bin sicher kein Postensitzer."

Siege in allen Disziplinen, aber Kugel-Ziel verpasst

Pfeifer blickt auf eine Saison mit Höhen ("Wir haben in jeder Disziplin gewonnen") und Tiefen (nur 2 Herren-Medaillen bei Olympia, kein Gold) zurück und weiß: "Es gibt noch viel zu tun." Denn das 2025/26 verpasste Ziel "Weltcup-Kugel" wird in der kommenden Saison neu ausgegeben.