Nach Schlagabtausch

AfD-Politikerin verlässt Studio während Live-Sendung

05.09.2017

Nach einem Schlagabtausch packte Weidel ihre Sachen und verließ die Runde kopfschüttelnd.

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Eklat während der ZDF-Sendung "Wie geht's, Deutschland?": Die Spitzenkandidatin der AfD, Alice Weidel, verließ nach einem Streit mit CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer zum Thema illegale Einwanderung während der Live-Sendung kopfschüttelnd das Studio.

Geladen waren zu der Sendung, die von Marietta Slomka moderiert wurde, sieben Kandidaten aller Parteien. Neben Justizminister Heiko Maas (SPD), Andreas Scheuer (CSU), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Jürgen Trittin (Grüne), Katja Suding (FDP) und Katja Kipping (Linke) sowie Alice Weidel (AfD) war auch ein syrischer Flüchtling, der vor 30 Jahren nach Deutschland kam und als gut integriert gilt, zu Gast.

Eskalation

Für Weidel sei er eine "Ausnahme": "Zunächst einmal ist es ja begrüßenswert, dass es noch Einzelfälle gibt, die integrierbar sind", sagte die AfD-Spitzenkandidatin. Schon im Verlauf der Diskussion zeigte sich Weidel genervt: "Das ist völliger Blödsinn hier."

Schließlich eskalierte die angespannte Stimmung, als Weidel mit Scheuer in einen Streit geriet. Sie warf ihm vor, die illegale Einwanderung legalisieren zu wollen - er konterte: "Machen Sie erstmal klar, dass Sie sich von Herrn Gauland und von Herrn Höcke distanzieren. Herr Gauland, der Herrn Höcke als die Seele der AfD bezeichnet hat, ist für mich einfach ein Rechtsradikaler."

"Gehen Sie jetzt?"

Daraufhin packte Weidel ihre Sachen und verließ das Studio kopfschüttelnd - unter tosendem Applaus. Als sie an Moderatorin Slomka vorbeikam, fragte diese noch: "Gehen Sie jetzt?!". Weidel ging wortlos weiter.

Daraufhin kommentiert Slomka: "Das ist dann auch eine eigenartige Diskussionskultur. Könnte auch daran liegen, dass das nächste Thema, was wir besprechen wollen, soziale Gerechtigkeit ist, wo sich Frau Weidel vielleicht nicht so gerne engagieren will."

Stellungnahme auf Twitter

Auf Twitter veröffentlichte Weidel noch am Abend eine Stellungnahme. Dabei steigt Moderatorin Slomka nicht gut aus: "Das Verhalten von Frau Slomka dient nicht der demokratischen Willensbildung, sondern verzerrt sie und ist zutiefst unprofessionell."

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