Ostsee-Krise
Beginnt Putins nächster Krieg auf dem Wasser?
19.05.2025Der Konflikt um Russlands sogenannte "Schattenflotte" in der Ostsee spitzt sich weiter zu.
Am Sonntag setzten russische Behörden den griechischen Öltanker "Green Admire" fest, nachdem dieser aus dem estnischen Hafen Sillamäe ausgelaufen war. Obwohl das Schiff sich auf einer vereinbarten Route durch russische Gewässer bewegte, liegt es nun vor der russischen Insel Gogland vor Anker. Der Vorfall ereignete sich kurz nach dem Versuch Estlands, ein anderes Schiff der russischen Schattenflotte – den Tanker "Jaguar" – zu kontrollieren. Damals schickte Russland sogar einen Kampfjet vom Typ Su-35, um die Maßnahme zu verhindern.
Estlands Außenminister Margus Tsahkna reagierte scharf und bezeichnete Russlands Verhalten als "unberechenbar", wie "Bild" berichtet. Künftig sollen Schiffe von und nach Sillamäe ausschließlich in estnischen Gewässern fahren. Die russische Schattenflotte besteht laut Berichten aus über 100 veralteten Schiffen mit unklaren Eigentümern, die unter wechselnden Flaggen fahren. Inzwischen stehen über 300 dieser Schiffe auf der EU-Sanktionsliste.
Tsahkna betont, dass Estland, Finnland und weitere Ostseeanrainer Druck auf die Flotte ausüben – was zu den jüngsten Zwischenfällen geführt habe. Mit Blick auf zukünftige Probleme in Zusammenhang mit der russischen Schattenflotte sagte Außenminister Tsahkna am Sonntag in der Abendsendung "Aktuaalne kaamera" außerdem: "Wir müssen einfach ruhig und Schritt für Schritt reagieren, aber wir müssen verstehen, dass Russland unberechenbar und durchaus gefährlich ist."