Krawalle in Berlin

Polizist trat Demonstrant gegen den Kopf

02.05.2010

Bei den Ausschreitungen am 1. Mai in Berlin wurden fast 100 Polizisten verletzt und knapp 500 Menschen festgenommen.

Zur Vollversion des Artikels
Zur Vollversion des Artikels

Bei den Mai-Krawallen in Berlin sind 98 Polizisten verletzt worden, einer davon schwer. Die Einsatzkräfte nahmen am Samstag und in der Nacht auf Sonntag bei den verschiedenen Veranstaltungen und Demonstrationen 487 Personen fest. Besonders zimperlich gingen sie dabei nicht vor. Ein Polizist versetzte einem am Boden liegenden Demonstranten einen Tritt gegen den Kopf. Gegen den Beamten wird nun ermittelt. Die Exekutive bittet den Geschädigten, sich zu melden.

Gewaltausbrüche mit Tradition
Nachdem die Mai-Krawalle zwischenzeitlich abgeflaut waren, hatte es im vergangenen Jahr wieder schlimmere Ausschreitungen gegeben. Laut Polizei wurden damals 470 Beamte verletzt, so viele wie noch nie. Seit 1987 kommt es in Berlin rund um den 1. Mai regelmäßig zu Gewaltausbrüchen.

Verletzte auf beiden Seiten
Der schwer verletzte Polizist erlitt durch "einen stumpfen Gegenstand" ein Hämatom am Hals. Er soll demnächst das Krankenhaus verlassen können. Vier weitere Beamte mussten im Zug der Krawalle vom Dienst abtreten. Verletzt wurden auch Dutzende Demonstranten.

7.370 Mann im Einsatz
Die Polizei führt den Rückgang der Gewalt auf ihre Strategie der "ausgestreckten Hand" zurück: Zum einen setzten die Beamten auf Deeskalation, konnten aber auch schnell eingreifen. Zudem waren rund 1.000 Beamte mehr als im Vorjahr eingesetzt worden. Insgesamt waren am Mai-Wochenende 7.370 Beamte im Einsatz.

Am Samstagabend hatten die Ausschreitungen nach einer Demonstration linksextremistischer Gruppen mit rund 10.000 Teilnehmern in Kreuzberg begonnen. Aus dem sogenannten Schwarzen Block mit rund 600 größtenteils vermummten Randalierern flogen zahlreiche Flaschen, Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten.

Die Randalierer setzten Mülltonnen in Brand, Barrikaden wurden angezündet und Polizeiwagen beworfen. Die Polizei reagierte aber schneller als im Vorjahr, trieb die Randalierer auseinander, setzte Pfefferspray und auch Schlagstöcke ein, griff gezielt einzelne Randalierer aus der Menge. Gegen 22.30 Uhr ließ die Polizei drei Wasserwerfer auffahren, die sie allerdings nicht einsetzte. Gegen Mitternacht und damit deutlich früher als in den Vorjahren hatte sich die Lage beruhigt. Zuvor war ein Neonazi-Aufmarsch und die Gegendemonstration friedlich zu Ende gegangen.

Zur Vollversion des Artikels
Weitere Artikel