Anfang vom Ende

Briten-Premier Starmer droht heute heftige Wahl-Schlappe

07.05.2026

Härtetest für den britischen Regierungschef Keir Starmer: Bei den Regionalwahlen am Donnerstag in Schottland und Wales sowie den Kommunalwahlen in England droht der linksgerichteten Labour Party des Premierministers eine herbe Niederlage. 

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 Die Wahllokale öffneten um 08.00 Uhr MESZ und schließen um 22.00 Uhr MESZ. Erste Ergebnisse dürften in der Nacht auf Freitag bekanntgegeben werden. Umfragen zufolge muss sich Labour auf deutliche Stimmenverluste einstellen.

Kampf ums politische Überleben

Dagegen dürften die Grünen und die Rechtsaußen-Partei Reform UK Stimmen hinzugewinnen. Sollte die Labour Party sehr schlecht abschneiden, dürfte das die Rufe nach einem Rücktritt des ohnehin schon angeschlagenen Premierministers verstärken. Starmer ist es bisher nicht gelungen, die Wirtschaft anzukurbeln und den Anstieg der Lebensmittelpreise zu stoppen. Zuletzt belastete die Epstein-Affäre um das langjährige Labour-Schwergewicht Peter Mandelson den Premier zusätzlich. Starmer hatte den Parteifreund zum Botschafter in Washington ernannt - trotz dessen Verbindungen zum 2019 verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Für den politisch schwer angeschlagenen Regierungschef gelten die Wahlen daher als schicksalhaft. Längst wird spekuliert, seine Partei könnte den innenpolitisch weitgehend glücklosen Premier aus dem Amt drängen.

Starmer hat seine Stimme bereits abgegeben - und in letzter Minute einen Appell an die Wähler gerichtet. Gemeinsam mit seiner Frau Victoria betrat der Premier am Donnerstag in der Früh das Wahllokal in der Westminster Chapel im Zentrum Londons. Auf Fragen von Reportern ging der angeschlagene Regierungschef laut der Nachrichtenagentur PA allerdings nicht ein, appellierte aber kurz danach auf X: "Entscheidet euch heute für Fortschritt statt für die Politik des Zorns. Wählt Labour!", schrieb Starmer wohl in Anspielung auf die Rechtspopulisten von Reform UK des Brexit-Vorkämpfers Nigel Farage anspielen. In Schottland und Wales haben die Unabhängigkeitsparteien Scottish National Party (SNP) und Plaid Cymru Aufwind.

Herbe Verluste prognostiziert

Besonderes Augenmerk gilt der Abstimmung in Wales, wo Labour zum ersten Mal seit der Gründung des dortigen Regionalparlaments vor 27 Jahren die Kontrolle über das Abgeordnetenhaus verlieren könnte. Die Meinungsforscher des Instituts YouGov rechnen in Wales mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der migrationsfeindlichen Partei Reform UK und der Mitte-Links-Partei Plaid Cymru. Auch in Schottland befürchtet die britische Regierungspartei ein demütigendes Ergebnis bei der Wahl des Regionalparlaments. Als Starmer vor zwei Jahren von einer Welle der Begeisterung getragen in Downing Street einzog, war Labour zuversichtlich, in Edinburgh zum ersten Mal seit 2007 wieder an die Macht kommen zu können. Doch in Umfragen liegt nun die SNP in Führung, die sich für die Unabhängigkeit des Landesteils einsetzt.

In England werden rund 5.000 Sitze in 136 Gemeinderäten neu besetzt. Der Meinungsforscher Robert Hayward prognostiziert, dass Labour von seinen derzeit 2.550 Sitzen dort etwa 1.850 verlieren könnte, wohingegen Reform UK etwa 1.550 Sitze von Labour und den konservativen Tories gewinnen könnte. Die Grünen können demnach auf hunderte neue Sitze vor allem in London hoffen.