Wegen Bericht

Chinesische Hacker sollen "New York Times" ausspioniert haben

31.01.2013

Peking weist Anschuldigungen als "haltlos" zurück Zeitung hatte Reichtum der Familie von Wen Jiabao thematisiert.

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Die "New York Times" ist nach eigenen Angaben von Hackern angegriffen worden, die möglicherweise in Verbindung mit dem chinesischen Militär stehen. Es seien klare Hinweise Richtung Peking entdeckt worden, erklärte die US-Zeitung und vermutete einen Zusammenhang mit ihrem Bericht über das immense Vermögen der Familie von Chinas Regierungschef Wen Jiabao. Die Volksrepublik wies die Vorwürfe am Donnerstag empört zurück.

"Chinesische Hacker, die Methoden nutzten, die in der Vergangenheit mit dem chinesischen Militär in Verbindung gebracht wurden, sind in das Times-Netzwerk eingebrochen", erklärte die Zeitung am Mittwoch. Nach Ansicht von IT-Experten seien die Angriffe von denselben Universitätscomputern ausgegangen, von dem aus chinesische Militärs in der Vergangenheit Rüstungsfirmen in den USA angegriffen hätten. Die Hacker hätten in den vergangenen vier Monaten unter anderem Passwörter von Journalisten abgegriffen.

Den Erkenntnissen der IT-Experten zufolge konzentrierten sich die Hacker auf den Shanghaier "NYT"-Bürochef David Barboza und seinen E-Mail-Account. Dieser hatte in der Zeitung im Oktober über den immensen Reichtum der Familie von Wen Jiabao berichtet. Überhaupt hätten die Hacker offenbar nur nach Informationen im Zusammenhang mit dem Wen-Bericht gesucht, erklärte die Zeitung. Nutzerdaten beispielsweise seien nicht abgezogen worden.

Die chinesische Regierung wies die Vorwürfe zurück. Die Anschuldigungen seien "haltlos", sagte Außenamtssprecher Hong Lei in Peking. "Ohne harte Beweise zu sagen, dass China an derartigen Hackerangriffen teilnimmt, ist völlig verantwortungslos." Ähnlich äußerte sich das Verteidigungsministerium, das unterstrich: "Das Militär hat niemals irgendwelche Hackerangriffe unterstützt." Cyber-Attacken seien eine internationales Problem und würden anonym verübt. "Angesichts dessen ist es unprofessionell und haltlos, das chinesische Militär des Lancierens von Netzangriffen zu beschuldigen."

Die "NYT" hatte Ende Oktober berichtet, die Familie von Wen habe während seiner Amtszeit riesige Vermögen angehäuft. Dem Bericht zufolge besitzt die Familie Beteiligungen in Höhe von 2,7 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) an Firmen im Banken-, Tourismus- und Telekommunikationssektor. Die Zeitung berief sich auf eine Auswertung von Unternehmens- und Börsenmitteilungen zwischen 1992 und 2012. Dem Bericht zufolge verfügt Wen selbst über keine Beteiligungen, genannt wurden aber unter anderem seine Mutter, seine Frau, sein Sohn und seine Tochter.

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