Minimum 370 Opfer
Bücher-Bande ergaunert 11 Millionen Euro von älteren Menschen
25.03.2026
In Hessen, Bayern, Niedersachsen und Baden-Württemberg wurde eine Betrügerbande hochgenommen. Sie haben von mindestens 370 Menschen rund 11 Millionen Euro ergaunert. Ihre Methode: Sie verkauften den älteren Personen "wertvolle" Bücher.
Wie die "Bild" berichtet, waren insgesamt 200 Ermittler in den vier deutschen Bundesländern im Einsatz. Sie nahmen fünf mutmaßliche Bandenmitglieder, vier Männer und eine Frau, fest. Die Durchsuchung der Beamten des Gemeinsamen Finanzermittlungszentrums und des Hessischen Landeskriminalamtes sowie Unterstützungskräfte von Behörden außerhalb Hessens fand bei insgesamt 27 Objekten statt.
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Die Bande hat sich auf "Faksimile"-Betrug spezialisiert. Dabei werden täuschend echte Kopien von älteren Büchern angefertigt. Sie sollen seit 2022 mit dieser Masche vor allem auf ältere Menschen abgesehen haben.
Zwangen Opfer hohe Summe zu zahlen
Die Betrüger logen die Opfer an, dass sie schon Interessenten für die Bücher haben. Den Betrogenen wurde dann gesagt, der angebliche Käufer wäre bereit, den Kaufpreis "in astronomischer Höhe" zu bezahlen, so eine Mitteilung der Frankfurter Staatsanwaltschaft.
Die Betrüger zwangen mit dieser Methode die Opfer dazu, die Vorauszahlung zu leisten, unter anderem für Transport und Versicherung. Einige nahmen sogar einen Bankkredit auf, um das angeblich alte Buch zu finanzieren.
Mehrere Scheinfirmen
Laut den Ermittlern arbeiteten die Betrüger hochprofessionell. Sie agierten über mehrere Jahre unter einem Mantel von Scheinfirmen. Am häufigsten befand sich der Sitz in Frankfurt am Main.
Ein 36-jähriger Mann aus Unterfranken soll die vermeintliche Führungsfigur der Betrüger sein, so die Ermittler. Er führte eine Gruppe von "Vertriebspartnern" an. Ebenfalls nahmen die Beamten noch drei weitere Männer zwischen 31 und 39 Jahren fest. Alle stammen auch aus dem Unterfranken. Sie sprachen mit den Opfern direkt.
11 Millionen Euro vollstreckt
Bei der Festnahme wurde zusätzlich eine Frau aus Frankfurt festgenommen. Sie soll über Callcenter-Tätigkeiten Kontakt mit den Betrogenen aufgenommen haben.
Die Behörden vollstreckten Vermögensarreste in der Höhe von rund 11 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die gesamte Schadenssumme. Bei einem Tatverdächtigen wurde ein Auto im Wert von über 200.000 Euro sichergestellt. Ebenfalls wurden 50 Bankkonten und zwei Immobilien in Unterfranken von Ermittlern gepfändet. Weitere Ermittlungen dauern an.