Erweiterung

DIESES Land soll schon 2028 der EU beitreten

23.04.2026

Montenegro ist einem EU-Beitritt einen großen Schritt nähergekommen 

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Montenegro ist einem EU-Beitritt einen großen Schritt nähergekommen: Die 27 Botschafter der EU-Mitgliedstaaten beschlossen am Mittwoch in Brüssel, eine Arbeitsgruppe für den Entwurf eines Beitrittsvertrags für das kleine Balkanland einzurichten. Es handle sich um einen technischen, aber entscheidenden Schritt auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft, erklärte ein Vertreter. EU-Ratspräsident António Costa sprach von einem "Meilenstein".

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"Glückwunsch an Montenegro - wir haben heute einen großen Schritt für Euren Beitritt zur Europäischen Union getan", teilte Costa mit. "Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt startet die EU den Countdown für die nächste Erweiterung", erklärte er.

Montenegro gehört mit Albanien zu den nächsten Anwärtern einer künftigen EU-Erweiterung. Zuletzt war 2013 Kroatien dem Bündnis beigetreten. Das an der Adria gelegene Montenegro zählt nur etwa 670.000 Einwohner.

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Das kleine Balkanland hat bisher die Arbeit an 14 von 35 der sogenannten Cluster für einen EU-Beitritt abgeschlossen. Dabei handelt es sich um Verhandlungen zu verschiedenen Themen von Steuerrecht bis hin zur Umweltpolitik, die an europäische Standards angeglichen werden müssen.

Hoffnung auf Beitritt im Jahr 2028

Montenegro hofft nun auf einen EU-Beitritt bis zum Jahr 2028. "Hervorragende Nachrichten aus Brüssel", teilte die montenegrinische Europa-Ministerin Maida Gorcevic mit. Die Entscheidung zeige, dass sich ihr Land auf dem richtigen Weg zu einer baldigen Mitgliedschaft bewege.

Lopatka: Bedeutender Schritt

Der ÖVP-Delegationsleiter Reinhold Lopatka, Chefverhandler der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament für die Beitrittsverhandlungen mit Montenegro, sprach ebenfalls von einem "bedeutenden und entscheidenden Schritt". Dieser mache "den baldigen Beitritt als 28. Mitgliedstaat noch vor Sommer 2029 greifbar", sagte Lopatka. "Jetzt gilt es, die letzten Herausforderungen zu meistern, zum Beispiel im Kampf gegen die Korruption, die Reform des Wahlrechts und der Justiz und die Sicherstellung der Medienfreiheit."

Die Erweiterung am Westbalkan sei "in unserem wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Interesse und es ist höchste Zeit, dass sie wieder mehr Schwung und Glaubwürdigkeit erhält", sagte Lopatka. Albanien sei ebenfalls auf gutem Weg und könne Montenegro in Kürze folgen. Lopatka zeigte sich auch erfreut darüber, dass Island am 29. August eine Volksabstimmung über die Wiederaufnahme der EU-Beitrittsverhandlungen abhalten wird, für die das Land die Voraussetzungen in hohem Maße erfülle. "Albanien, Island und Montenegro begründen realistische Aussichten, dass die EU nach einer langen Durststrecke noch vor 2030 um drei weitere Mitgliedstaaten wächst."