WHO besorgt

Ebola-Alarm: Todesvirus breitet sich rasant aus

19.05.2026

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigt sich zunehmend besorgt wegen der raschen Ausbreitung der Ebola-Infektionen im Nordosten Kongos.  

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© AFP/APA
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Seit Beginn des neuen Ausbruchs gebe es mindestens 500 Verdachtsfälle und 130 mutmaßliche Todesfälle, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Dienstag in Genf. Hinzu kämen 30 bestätigte Infektionen in der Provinz Ituri. Zudem gebe es in der ugandischen Hauptstadt Kampala eine bestätigte Erkrankung sowie einen Todesfall.

Die WHO hatte wegen der Ausbreitung des Virus, für dessen aktuelle Bundibugyo-Variante es keine zugelassenen Impfstoffe gibt, bereits eine gesundheitliche Notlage ausgerufen. An diesem Dienstag soll eine Expertengruppe unter Leitung der WHO über mögliche Impfstoffe beraten. Auf der Agenda steht unter anderem das vom US-Pharmakonzern Merck hergestellte Vakzin Ervebo. Dieses ist eigentlich für die Zaire-Variante zugelassen, hat jedoch in Tierversuchen eine gewisse Schutzwirkung gegen den Bundibugyo-Erreger gezeigt.

 

Die Infografik zeigt schwere Ebola-Ausbrüche in Afrika seit 1976 und die Anzahl der Todesopfer nach Ländern. Die höchsten Todeszahlen gab es 2014 in Guinea, Liberia und Sierra Leone mit 11.308 Fällen. In der DR Kongo starben 2018 2.320 Menschen. Weitere Ausbrüche mit über 100 Todesopfern gab es in Uganda, Kongo und Sudan. Quelle: WHO/CDC.

 

 

US-Missionar soll in Deutschland behandelt werden

Ebola ist eine seltene und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Die Sterblichkeitsrate liegt bei bis zu 40 Prozent. Wegen der Seuche soll ein infizierter Missionar aus den USA zur Behandlung nach Deutschland ausgeflogen werden. Zudem sollen sechs weitere Personen, die dem Virus ausgesetzt waren, nach Deutschland gebracht werden, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag mit.

Ruanda schloss seine Grenzen zum Kongo, um ein Übergreifen des Virus zu verhindern. Die Bekämpfung der Seuche wird unter anderem durch die Angriffe von regierungsfeindlichen Milizen im Osten der Demokratischen Republik Kongo erschwert.