Vater gilt als Volksheld
Er ist das Gesicht des Widerstands
19.08.2021
Schon sein Vater kämpfte gegen die Taliban und gilt in Afghanistan als Volksheld.
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Kabul/Panjshir: Ahmad Shah Massoud ist der legendäre Widerstandkämpfer gegen die Taliban, der nach seinem Tod 2001 zum Nationalhelden Afghanistans ernannt wurde. Auf den Champs-Élysées in Paris wurde sogar ein Fußgängerweg nach dem „Löwen von Panjshir“ benannt. Der Kampfgeist liegt in der Familie. Jetzt tritt sein Sohn, Ahmad Massoud (32), in die Fußstapfen seines Vaters und organisiert den Widerstand gegen die Taliban.
Mini-Porträt
Der 32-Jährige schloss die Sandhurst Military Academy in London ab, studierte am King’s College in London Kriegskunde und später internationale Politik. 20 Jahre nach der Ermordung seines Vaters führt er nun den Widerstand an.
»Taliban werden auf starken Widerstand stoßen«
„Wir haben Munitions- und Waffenvorräte, die wir seit der Zeit meines Vaters geduldig gesammelt haben, weil wir wussten, dass dieser Tag kommen könnte. Wir haben Soldaten der afghanischen Streitkräfte, die von der Kapitulation ihrer Kommandeure angewidert waren und mit ihrer Ausrüstung auf den Weg zu den Hügeln von Panjshir sind. Die Warlords der Taliban werden auf starken Widerstand stoßen“, schreibt Massoud in der Washington Post aus dem Panjshir-Tal, seiner Heimat.
Panjshir. Das Panjshir-Tal östlich von Kabul gilt als uneinnehmbar. Die Sowjets (1980–1985) bissen sich dort die Zähne aus, unter der Taliban-Herrschaft (1996–2001) konnte es nicht eingenommen werden und auch unter der von der NATO unterstützten Regierung (2001–2021) behielt es seine Unabhängigkeit bei.
Appell an den Westen
Die Widerstandsbewegung steht auch unter der Führung des afghanischen Vize-Präsidenten Amrullah Saleh. Im Wissen, dass es nicht am Willen ihrer Streitkräfte aber an der Zahl mangelt, bitten sie den Westen nun, sie „sobald wie möglich“ zu unterstützen. Larissa Eckhardt