Streit mit USA

Erdogan droht mit "osmanischer Ohrfeige"

14.02.2018

Die Spannungen zwischen Ankara und Washington verschärfen sich.

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Vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei verschärfen sich die Spannungen zwischen Ankara und Washington. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan warnte die US-Truppen in Manbij davor, einem möglichen türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt im Wege zu stehen.
 
In einer Ansprache am Dienstag vor der Fraktion seiner Partei AKP in Ankara drohte er den amerikanischen Soldaten für diesen Fall mit einer "osmanischen Ohrfeige". Tillerson wird am Donnerstag in Ankara erwartet.

Drohung

"Natürlich werden wir nicht absichtlich auf sie zielen", sagte Erdogan unter Applaus. "Aber wir verkünden jetzt schon, dass wir jeden Terroristen, den wir sehen, vernichten und ausmerzen werden - angefangen mit denen, die direkt neben ihnen stehen. Eben dann werden sie einsehen, dass es für sie besser wäre, wenn sie sich nicht neben den Terroristen aufhielten, denen sie auf die Schulter klopfen."
 
Erdogan fügte hinzu: "Es ist ganz klar, dass diejenigen, die sagen "Wir reagieren hart, wenn sie uns angreifen", in ihrem Leben noch keine osmanische Ohrfeige verpasst bekommen haben." Die "New York Times" hatte vergangene Woche US-General Paul Funk bei einem Besuch in Manbij zitiert, der nach Angaben der Zeitung mit Blick auf die Türkei gesagt hatte: "Wenn ihr uns angreift, werden wir hart reagieren. Wir werden uns verteidigen."

Offensive in Syrien

Die türkische Armee hat am 20. Jänner eine Offensive gegen die YPG in der nordsyrischen Region Afrin begonnen. Erdogan hat mehrfach damit gedroht, danach die YPG in Manbij anzugreifen. 2016 hatte eine von der YPG geführte und von den USA unterstützte Koalition Manbij von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) befreit.
 
Erdogan kritisiert, dass die USA die YPG unterstützen und im Kampf gegen den IS eng mit der Kurdenmiliz zusammenarbeiten. Die Türkei stuft die YPG als Terrororganisation ein. Die Kurdenmiliz unterhält enge Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die auch in den USA auf der Liste der Terrororganisationen steht.
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