Ungarn-Wahl

Erpresst Orbán Konkurrenten mit Sex-Video?

11.02.2026

Der Wahlkampf in Ungarn wird schmutzig.

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Viktor Urban steht seit 2010 an der Spitze der ungarischen Regierung, und lange Zeit schien kein zweiter Regierungschef in der EU so fest im Sattel wie er. Aus Sicht seiner Kritiker hat der rechtsnationale Politiker das auch dadurch geschafft, dass er die Freiheit von Justiz, Wissenschaft und Medien drastisch eingeschränkt hat. Nun aber, zwei Monate vor der Parlamentswahl in Ungarn im April, scheint das Fundament der Macht des 62-Jährigen zu bröckeln.

In dem charismatischen Oppositionspolitiker Peter Magyar ist Orbán offenbar ein ernst zu nehmender Rivale erwachsen. Magyars Partei Tisza liegt in mehreren unabhängigen Umfragen seit mittlerweile einem Jahr vor Orbáns rechtskonservativer Fidesz.

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"Ja, ich habe ein Sex-Leben"

Der Wahlkampf verspricht nicht nur spannend, sondern auch schmutzig zu werden. Péter Magyar ging am Dienstag mit schweren Vorwürfen an die Öffentlichkeit. „Viele Journalisten erhielten heute einen Link zu einem Video aus einem abgefilmten Raum“, so der Oppositionschef. „Ich vermute, sie [gemeint ist die Orban-Partei Fidesz] planen, eine Aufnahme zu veröffentlichen, die mich und meine damalige Freundin bei einer intimen Begegnung zeigt“, schrieb er auf X. Dabei geht es offenbar um ein Sex-Video. „Ja, ich bin ein 45-jähriger Mann und habe ein regelmäßiges Sexualleben mit einer erwachsenen Partnerin“, so Magyar.

Unklar ist, ob wirklich ein Sex-Video des Orbán-Herausforderers veröffentlicht wird. Bereits jetzt kursiert ein Foto eines Hotelbetts im Internet. Dabei ist auch ein Tablett mit einem weißen Pulver zu sehen. Magyar spricht von einer „Kampagne nach russischem Vorbild“ – Orbán wolle von eigenen Skandalen ablenken.