Notre-Dame-Katastrophe

Erster Alarm wurde als Fehlalarm abgetan

16.04.2019

Neue Details zum Inferno: Deshalb brannte die Notre-Dame so lange.

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Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame sind die Flammen komplett gelöscht. "Das ganze Feuer ist aus", sagte der Sprecher der Feuerwehr, Gabriel Plus, am Dienstag. Nun beginne die Phase der Begutachtung. Man habe die ganze Nacht über sichergestellt, dass das Feuer nicht wieder ausbricht und die Gebäudestrukturen überwacht.
 
Der Brand auf dem Dach habe sich am Montagabend sehr schnell auf rund 1.000 Quadratmeter ausgebreitet, so Plus weiter. Bei dem Feuer sind nach ersten Erkenntnissen drei Menschen leicht verletzt worden. Dabei handle es sich um zwei Polizisten und einen Feuerwehrmann, teilte die Feuerwehr mit.
 

Untersuchungen

Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen unbeabsichtigter Zerstörung durch Feuer ein, von Brandstiftung ist bisher nicht die Rede. Der Brand könnte mit Bauarbeiten auf dem Dach der Kirche zusammenhängen. Die Staatsanwaltschaft nahm dazu zunächst keine Stellung. Die Ermittler begannen in der Nacht, die Arbeiter der Baustelle zu befragen. Auf dem Dach hatten die Bauarbeiter ein Gerüst angebracht.
 
Es habe am Montag zwei Mal Alarm gegeben, so Staatsanwalt Heitz am Dienstag. Der erste Alarm ging um 18.20 Uhr ein. Dabei sei bei einer Überprüfung aber kein Feuer entdeckt worden. 23 Minuten später kam es dann zum zweiten Alarm. Nun wurde schließlich das Feuer wirklich entdeckt.
 
Laut Experten kann ein Funke in solchen Gebäuden und Baustellen stunden- oder gar tagelang unbemerkt vor sich hin glühen.
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Schwachstellen im Gewölbe entdeckt

Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Kathedrale Notre-Dame haben Fachleute "einige Schwachstellen" im Gebäude entdeckt. Diese betreffen vor allem das Gewölbe, also die Gebäudedecke, sagte Innen-Staatssekretär Laurent Nunez am Dienstag. "Im Ganzen hält die Struktur gut", fügte er hinzu.
 
Im Zuge der Absicherung der historischen Kirche seien fünf Wohnhäuser in der unmittelbaren Nachbarschaft geräumt worden, sagte Nunez. Die Häuser liegen demnach in einer schmalen Straße nördlich des Gotteshauses. Die Absicherungsarbeiten im Inneren der schwerbeschädigten Kathedrale dürften rund 48 Stunden dauern, sagte der Staatssekretär.
 
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