Ex-Premier Brown warnt:

Großbritannien könnte zu "failed state" werden

25.01.2021

Früherer Labour-Spitzenpolitiker sieht tiefsitzende Unzufriedenheit mit Regierungsweise

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Großbritannien droht Ex-Premierminister Gordon Brown zufolge ohne grundlegende Reformen bald zu einem "failed state" zu werden. Grund sei, dass viele Menschen das Vertrauen in die Art und Weise verloren hätten, wie das Land von und im Interesse einer Londoner Elite regiert werde, schrieb Brown in einem Beitrag in der Zeitung "Daily Telegraph" (Montag-Ausgabe). "Ich denke, die Wahl besteht jetzt zwischen einem reformierten Staat und einem gescheiterten Staat."
 

Große Unzufriedenheit

Viele Menschen im Land hätten das Gefühl, dass die politische Elite in London sie vergessen habe. Als "failed state" wird allgemein ein Staat bezeichnet, der seine grundlegenden Funktionen nicht mehr erfüllen kann. Beispiele sind das Bürgerkriegsland Jemen und Somalia.
 
Vor allem in Schottland mit seinen anhaltenden Unabhängigkeitsbestrebungen sitze die Unzufriedenheit so tief, dass sie den Fortbestand des Vereinigten Königreichs bedrohe, erklärt der Labour-Politiker, der von 2007 bis 2010 Premierminister war. Angesichts der Coronakrise, verbreitetem Nationalismus und den Unsicherheiten über die Brexit-Folgen müsse Großbritannien den Zusammenhalt stärken.
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