Trump droht bereits
Ex-Premier Maliki vor Comeback im Irak
28.01.2026Der ehemalige irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki steht ungeachtet scharfer Warnungen aus den USA vor einer Rückkehr an die Macht.
Das wichtigste Bündnis der schiitischen Parteien im Parlament nominierte den Politiker als Kandidaten für das Amt des Regierungschefs. Maliki wies am Mittwoch im Kurznachrichtendienst X Drohungen von US-Präsident Donald Trump zurück und verbat sich eine "eklatante Einmischung der USA in die inneren Angelegenheiten des Irak".
Trump hatte dem engen Verbündeten Irak am Dienstag mit dem Entzug der Unterstützung gedroht. Sollte der vom Iran unterstützte Maliki erneut Ministerpräsident des Irak werden, werde die Regierung in Washington den wichtigen Ölproduzenten nicht mehr unterstützen. Trump verwies auf "Armut und totales Chaos" während Malikis früherer Amtszeit. Maliki regierte den Irak von 2006 bis 2014.
Seine Amtszeit war geprägt von konfessioneller Gewalt und Machtkämpfen zwischen der schiitischen Mehrheit und der sunnitischen Minderheit. Kritiker werfen ihm vor, durch eine Politik der Ausgrenzung die Sunniten in die Arme der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) getrieben zu haben. Nach dem Fall der Stadt Mossul an den IS und dem Zusammenbruch der Armee musste er 2014 auf Druck der USA, des Iran und führender Geistlicher zurücktreten.
Der heute Mitte 70-Jährige verbrachte fast 25 Jahre im Exil, um der Verfolgung durch den langjährigen Machthaber Saddam Hussein zu entgehen. Nach dem US-Einmarsch 2003 kehrte Maliki zurück und unterzeichnete später als Premier das Hinrichtungsurteil gegen Saddam. Trotz seines Rücktritts 2014 blieb Maliki als Chef der Rechtsstaatskoalition ein einflussreicher Akteur, der seine Machtbasis durch Verbindungen zu Milizen und Justizbehörden sicherte.