Flüchtlingskrise

Flüchtlinge: 1.000 Migranten in Hotspot von Lampedusa

24.07.2020

Salvini protestierte auf der Insel gegen zunehmende Ankünfte.

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Rom. Auf der süditalienischen Insel Lampedusa wächst die Zahl der Boote mit Migranten, die direkt die Insel erreichen. Circa 1.000 zum Großteil tunesische Migranten sind seit Mittwoch auf der Insel eingetroffen. Sie wurden im Hotspot Lampedusas untergebracht. Fünf Boote mit insgesamt circa 100 Migranten an Bord erreichten in der Nacht auf Freitag die Insel, wie die Behörden mitteilten.
 
Wegen der hohen Zahl an Ankünften kam es zu Problemen bei der Identifizierung der Migranten in der Flüchtlingseinrichtung, in der es eigentlich für nur 95 Personen Plätze gibt. Die Behörden beschlossen, dass 200 tunesische Migranten die Insel in Richtung Sizilien verlassen werden.
 
Der Chef der oppositionellen Rechtspartei Lega, Matteo Salvini, besuchte am Donnerstagnachmittag Lampedusa. "Das ist keine Migration, sondern Chaos. Die italienische Regierung ist auf kriminelle Weise eine Komplizin des skandalösen Menschenhandels. Hier geht es nicht um Flüchtlinge, sondern, um junge, gesunde Migranten, die aus Tunesien eintreffen", kritisierte Salvini.
 
Der Lega-Chef beklagte, dass sich die Zahl der Migrantenankünfte in diesem Jahr gegenüber 2019, als er als Innenminister amtierte, mehr als verdreifacht habe. 11.334 Migranten sind nach Angaben des italienischen Innenministeriums seit Anfang 2020 in Italien eingetroffen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es 3.508.
 
Die italienische Küstenwache hat am Mittwoch das Rettungsschiff "Ocean Viking" auf unbestimmte Zeit festgesetzt. Nach Angaben der italienischen Küstenwache wurden bei der Inspektion der "Ocean Viking" im sizilianischen Hafen Porto Empedocle mehrere "technische und betriebliche Mängel" festgestellt. Diese gefährdeten nicht nur die Sicherheit des Schiffes und seiner Besatzung, sondern auch jene der Flüchtlinge, die das Schiff nach Rettungseinsätzen aufnehme.
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