Russland unter Druck
G-7-Staaten fordern Aufklärung des MH17-Abschusses
15.07.2018
G-7-Außenminister: Moskau soll über 'seine Rolle' Rechenschaft ablegen.
Vier Jahre nach dem Abschuss des Fluges MH17 über der Ukraine haben die G-7-Staaten Russland erneut dazu aufgefordert, Rechenschaft über "seine Rolle" bei dem Unglück abzulegen. Moskau solle dabei helfen, die Wahrheit herauszufinden und Gerechtigkeit für die Opfer zu erlangen, hieß es in einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung der G-7-Außenminister.
Kreml weist Vorwürfe zurück
"Wir sind vereint in unserer Unterstützung für Australien und die Niederlande", erklärten die G-7 im Vorfeld des Jahrestags des Abschusses am 17. Juli 2014. Die beiden Länder, aus denen die meisten Opfer stammen, machen Russland für den Abschuss verantwortlich. Der Kreml weist dies zurück.
Die Erklärung wurde kurz vor dem mit Spannung erwarteten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Staatschef Wladimir Putin am Montag in Helsinki veröffentlicht. Zu den G-7 gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.
"Zutiefst beunruhigend"
Im Mai hatte das von den Niederlanden geleitete internationale Ermittlerteam zu dem Abschuss des malaysischen Passagierflugzeugs MH17 vor vier Jahren einen neuen Bericht vorgelegt und die eingesetzte Rakete erstmals einer russischen Militärbrigade zugeordnet. Die G-7-Minister beurteilten diese Erkenntnisse in ihrer jüngsten Erklärung als "überzeugend, aufschlussreich und zutiefst beunruhigend".
NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte Russland Ende Mai aufgefordert, Verantwortung für den Absturz zu übernehmen. Flug MH17 war im Juli 2014 auf dem Weg vom Amsterdamer Flughafen Schiphol nach Kuala Lumpur über der Ostukraine von einer Rakete getroffen worden und abgestürzt. Unter den 298 Todesopfern waren 196 Niederländer, 39 Australier und vier Deutsche.