Nahost

Gaza-Deal laut Trump sehr nah - UNO warnt vor Hungersnot

31.05.2025

US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass es schon bald zu einer Waffenruhe im Gaza-Krieg kommen könnte. 

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Die Kriegsparteien seien "sehr nahe" an einer Einigung, sagte Trump am Freitag im Weißen Haus vor Journalisten. Es gebe eine Chance. "Wir werden es Sie im Laufe des Tages oder vielleicht morgen wissen lassen", sagte er. Die Hamas teilte am Samstag mit, ihre Antwort auf einen Vorschlag des US-Sondergesandten Steve Witkoff übermittelt zu haben.

Der Plan sehe vor, dass die Hamas zehn lebende Geiseln freilassen und 18 Leichen übergeben werde, teilte die palästinensische Terrororganisation Hamas am Samstag mit. Im Gegenzug sollte Israel eine Anzahl an palästinensischen Gefangenen aus der Haft entlassen. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu reagierte zunächst nicht auf die Anfrage nach einer Stellungnahme.

Zuvor hatte Israel nach Angaben des Weißen Hauses einen US-Vorschlag für eine zeitlich begrenzte Waffenruhe im Gaza-Krieg angenommen.

UNO-Organisation warnt vor Hungersnot

Unterdessen warnen die Vereinten Nationen weiterhin vor einer Hungersnot im Gazastreifen. "Gaza ist das hungrigste Gebiet der Welt", sagte der Sprecher des UNO-Nothilfebüros in Genf, Jens Laerke. Es sei das einzige klar definierte Gebiet der Erde, in dem ausnahmslos alle Bewohner von einer Hungersnot bedroht seien. Die UNO halte Zehntausende Paletten mit Nahrungsmitteln vor den Grenzen des Gazastreifens bereit, dürfte diese aber nicht verteilen. "Die Besatzungsmacht blockiert absichtlich Hilfe für den Gazastreifen", sagte er.

Israels Regierung hatte seit März alle Hilfslieferungen in das abgeriegelte Küstengebiet blockieren lassen. Damit sollte nach ihren Angaben der Druck auf die Hamas erhöht werden, damit sie die letzten beim Terrorüberfall in Israel am 7. Oktober 2023 entführten Geiseln freilässt. Vor zehn Tagen wurde die Blockade gelockert, aber nur etwas. Es sei "wie eine tropfenweise Ernährung in einer Region mit katastrophalem Hunger", sagte Laerke. Er sprach von einer organisatorischen "Zwangsjacke".

Waffenruhe und Befreiung von Geiseln

Israelischen Medienberichten zufolge sieht der Plan des US-Sondergesandten Witkoff eine 60-tägige Waffenruhe vor. Demnach sollten zehn im Gazastreifen festgehaltene Geiseln in zwei Schritten binnen einer Woche freigelassen werden. Zudem sollten die Leichen von 18 Verschleppten übergeben werden, hieß es in mehreren Berichten. Im Gegenzug sollten 125 Palästinenser freikommen, die zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt wurden, sowie 1.111 Gaza-Einwohner, die seit dem Terrorüberfall am 7. Oktober 2023 festgenommen worden waren.

Den Berichten zufolge sollen während der zweimonatigen Waffenruhe Gespräche über ein Ende des Gaza-Kriegs geführt werden. Im Falle einer Einigung zwischen Israel und der Hamas sollten die restlichen Geiseln und die sterblichen Überreste von Verschleppten übergeben werden.

Die Hamas hatte zuletzt eine zeitlich befristete Waffenruhe abgelehnt und den Abzug der israelischen Truppen aus dem Gazastreifen und ein Ende des Kriegs gefordert.
 

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