Bei Geisel-Übergabe

Hamas-Terroristen posieren mit Austro-Sturmgewehren

12.05.2025

Die islamistische Hamas hat im Gazastreifen eine US-israelische Geisel freigelassen. Auf einem Bild dazu posieren Hamas-Terroristen mit Waffen, die einem StG 77 äußerst ähnlich sehen.

Zur Vollversion des Artikels
© X
Zur Vollversion des Artikels

Der 21-jährige Edan Alexander wurde Montagabend in Khan Younis in Süd-Gaza zunächst an Vertreter des Roten Kreuzes übergeben. Inzwischen ist er zurück in Israel. Der Soldat kam aufgrund einer Vereinbarung der Hamas mit den USA frei, ohne israelische Beteiligung. Israelischen Medien zufolge ist er den Umständen entsprechend in gutem Zustand.

Ihm gehe es gut, zitierte die Nachrichtenseite "ynet" seine Großmutter Varda Ben Baruch. Israelische Medien veröffentlichten ein erstes Foto seiner Freilassung. Darauf ist er neben vermummten und bewaffneten Hamas-Mitgliedern und einer Frau vom Roten Kreuz zu sehen. Das Bild zeigt, wie er ohne Hilfe steht. Seine Großeltern dementierten laut "ynet" Berichte, wonach der junge Mann Hilfe beim Gehen gebraucht habe.

StG 77 in den Händen der Hamas?

Auffällig an dem Bild sind allerdings die Waffen der Hamas-Kämpfer. Diese sehen aus wie StG 77 der oberösterreichischen Firma Steyr (heute Steyr Arms). Das ist allerdings nicht das erste Mal, dass Hamas-Mitglieder mit mutmaßlichen Austro-Waffen gesehen werden. Laut Steyr könne es sich auch um Kopien der Sturmgewehre handeln. Man könne außerdem "definitiv ausschließen, dass die Hamas oder mit dieser verbundene Unternehmen oder Gruppen beliefert wurden", erklärte ein Sprecher der Firma bereits im Februar. 

Waffen nehmen oft Umwege

Waffen tauchen tatsächlich immer wieder in Kriegsgebieten auf, wo sie eigentlich aufgrund von Sanktionen oder Ähnlichem nicht sein dürften. Oftmals nehmen diese Waffen Umwege. Im Falle der Hamas etwa durch Verbündete wie den Huthi-Rebellen aus dem Jemen. Diese wiederum könnten die Waffen  in Kämpfen gegen von Saudi-Arabien unterstützten Gruppen erbeutet haben. In den 1980er-Jaheren exportierte Österreich - mit Erlaubnis der Regierung und auf legalem Wege - rund 20.000 Sturmgewehre nach Saudi-Arabien. Immer wieder tauchen solche Waffen auch auf dem Schwarzmarkt auf. 

Die Islamisten ließen Alexander ohne Zeremonie frei. Bei früheren Geisel-Freilassungen sowie bei der Übergabe von Leichen hatten sie oftmals entwürdigende Spektakel inszeniert. Die Geiseln wurden etwa auf einer Bühne vor Schaulustigen vorgeführt. Ein Entführter musste im Februar zwei vermummten Hamas-Männern auf die Stirn küssen. Die Islamisten wollten die USA nun offenbar nicht mit einer solchen Zeremonie verärgern. 

Zur Vollversion des Artikels