Neue Angriffswelle
Houthi greifen in Iran-Krieg ein
28.03.2026Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges hat die Houthi-Miliz im Jemen eine Rakete auf Israel abgefeuert und damit den Konflikt ausgeweitet.
Der Angriff sei eine Reaktion auf die fortgesetzte Zerstörung von Infrastruktur im Iran, im Libanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten, teilten die vom Iran unterstützten Islamisten am Samstag mit. Ihr Kriegseintritt droht den Konflikt weiter zu eskalieren. Israel flog indes eine neue Angriffswelle auf Teheran.
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Es sei eine Salve ballistischer Raketen gegen "sensible militärische Ziele" in Südisrael gefeuert worden, meldete der Houthi-nahe TV-Sender Al-Masirah unter Berufung auf einen Sprecher. Zuvor hatte das israelische Militär erklärt, es habe eine Rakete aus dem Jemen abgefangen.
Fortsetzung bis "Aggression" beendet ist
Die Angriffe würden fortgesetzt, bis die "Aggression" an allen Fronten beendet sei, hieß es von der Houthi-Miliz. Die Houthi hatten im aktuellen Konflikt ihre "volle und unerschütterliche Solidarität" mit Teheran angekündigt. Erst am Freitag drohte die Miliz mit einem Eingreifen seiner Kämpfer in den Iran-Krieg. Die Houthi-Miliz hatte bereits im Gaza-Krieg zur Unterstützung der radikal-islamischen Palästinenser-Organisation Hamas, die ebenfalls mit dem Iran verbündet ist, Israel mehrfach mit Raketen beschossen und im Zuge dessen auch die Schifffahrt im Roten Meer mit Angriffen gestört.
Der Iran hat bereits kurz nach Kriegsbeginn die Straße von Hormuz am Persischen Golf weitgehend blockiert, was zu einem massiven Anstieg der Ölpreise geführt hat und die Weltwirtschaft schwer belastet. Die Houthi gehören mit der Hamas, der libanesischen Hisbollah-Miliz sowie Gruppen im Irak und in Syrien zu dem vom Iran geführten Bündnis "Achse des Widerstands".
Tote bei israelischen Angriffen auf den Iran
Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben am Samstag erneut Ziele der iranischen Führung in der Hauptstadt Teheran an. Eine weitere Angriffswelle sei abgeschlossen worden, teilte das Militär mit. Details zu den genauen Zielen und möglichen Auswirkungen gab es zunächst nicht. Iranischen Medienberichten zufolge wurden bei einem Angriff auf ein Wohnhaus in der nordwestlichen Stadt Zanjan mindestens fünf Menschen getötet. Zudem seien die Universität für Wissenschaft und Technologie in Teheran sowie zwei Stahlwerke und ein Kraftwerk getroffen worden, teilte Irans Außenminister Abbas Araqchi auf der Online-Plattform X mit.
In Israel wurde unterdessen über neue Raketenangriffe aus dem Iran berichtet, in mehreren Gegenden im Süden des Landes gab es Raketenalarm. Ein Mensch wurde getötet. Im Großraum Tel Aviv kam es zu mehreren Einschlägen durch Streumunition und Trümmer abgefangener Raketen.
Raketeneinschläge in Saudi-Arabien, VAE, Bahrain, Oman und Iran
Bei einem iranischen Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Saudi-Arabien wurden zwölf US-Soldaten verletzt, zwei davon schwer. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain meldeten Angriffe. Dabei wurden in den VAE fünf Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer abgefangenen Rakete verletzt. Im Oman wurde bei einem Drohnenangriff auf einen Hafen ein Arbeiter verletzt. In Kuwait trafen mehrere Drohnenangriffe den internationalen Flughafen und richteten erheblichen Schaden am Radarsystem an, wie die staatliche Nachrichtenagentur Kuna unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde meldete. Verletzt worden sei niemand.
Derweil berichtete ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP von einer schweren Explosion nahe des internationalen Flughafens von Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Autonomieregion im Irak. Ein Augenzeuge berichtete, Rauch steige auf. In Erbil befindet sich ein großer US-Konsulatskomplex. Auf dem Flughafen der nordirakischen Stadt sind zudem Soldaten der von den USA geführten Anti-Jihadisten-Koalition stationiert.