Prozess

Irrer Pinkel-Streit um Grünen-Politiker

26.11.2016

Der Politiker ist sich keiner Schuld bewusst und will nicht zahlen.

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© APA/dpa/Felix Kästle
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Kaan Eker, ein Lokalpolitiker aus Dortmund, soll in der Nähe des Hauptbahnhofs in einer Grünanlage gepinkelt haben. Deswegen soll er 75 Euro Strafe zahlen. Eker sieht das nicht ein und zog jetzt vor Gericht, berichtet BILD.

Streit vor Gericht

Im Gerichtssaal schilderte er: "Ich war mit meinem Vater im Auto unterwegs. Ich wollte im Büro der Grünen eine Rechnung abgeben. Als ich ausstieg, sah mein Vater eine tote Taube auf dem Weg, bat mich, sie zu entsorgen. Ich war dann erst im Büro, habe dort auch auf der Toilette uriniert. Als ich wieder zum Auto kam, habe ich die Taube genommen und in den Busch geworfen. Und dann kamen die Mitarbeiter."

Eine der Mitarbeiterinnen habe ihn angeschrien und als asozialen Penner beleidig. "Du hast in den Busch gepisst", schrie sie ihn angeblich an. Er habe dann gefordert, dass sie sich ausweisen, weil sie in zivil unterwegs waren. " Ich konnte auf ihrem Ausweis kaum etwas erkennen. Sie haben mir auch keine Möglichkeit gelassen, mich zu erklären. Ohne Ausweisung wollte ich auch nicht", erklärt Eker weiter.

Die Zeugin erzählt eine ganz andere Version der Geschichte: "Ich habe mich als Mitarbeiterin des Ordnungsamtes vorgestellt und auch ,Guten Tag‘ gesagt. Wir haben gesehen, dass der Mann in den Busch uriniert hat. Ich habe erklärt, dass es sich um eine Ordnungswidrigkeit handelt. Er wollte seine Personalien nicht rausgeben. Später bei der Befragung hat er auch nichts von der toten Taube erzählt."

Richter sauer

Der Richter, dem auch das Verhalten Ekers vor Gericht nicht passte, war auf der Seite der Mitarbeiterinnen der Stadt: "Wegen verbotsweiser Verrichtung der Notdurft und nicht Herausgabe ihrer Personalien zahlen sie 75 Euro Bußgeld. Ich bin ehrlich gesagt erschüttert. Ich dachte, Politiker sollen Vorbilder sein. Da habe ich mich wohl getäuscht. Es steht zweifelsfrei fest, dass sie uriniert haben. Wenn ich irgendwo in die Büsche pinkle, dann sieht man das auch auf 50 Metern. Deshalb wurde das auch völlig zu Recht geahndet. (...) Sie machen einen riesigen Affenzirkus. Das ist dieser Sache nicht angemessen. Da muss man die Größe haben, dass zu bezahlen." Das sieht Eker anders, er will weitere Schritte einleiten.

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