Touristen-Ärger

Italien-Hotspot verschärft Regeln für Urlauber

19.05.2026

Die berühmten Cinque Terre an Italiens Küste ziehen jedes Jahr Massen an Besuchern an, doch genau dieser Andrang bringt die kleinen Orte zunehmend an ihre Grenzen. Nun greifen Gemeinden in der beliebten Urlaubsregion durch und führen strengere Vorgaben für Touristengruppen ein.

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© AFP
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Die fünf malerischen Dörfer an der ligurischen Küste gelten seit Jahren als einer der beliebtesten Urlaubsorte Italiens. Doch mit den steigenden Besucherzahlen wachsen auch die Probleme: überfüllte Straßen und Lärm. Besonders organisierte Reisegruppen stehen jetzt im Fokus neuer Maßnahmen.

Gruppen werden begrenzt

Wie italienische Medien berichten, sollen Touristengruppen künftig deutlich eingeschränkt werden. In einigen Orten wird die maximale Gruppengröße auf 25 Personen begrenzt. Zusätzlich müssen Reiseleiter bei größeren Gruppen künftig auf technische Hilfsmittel setzen: Ab mehr als zehn Teilnehmern sollen Besucher Kopfhörer erhalten. So wollen die Gemeinden verhindern, dass Reiseführer weiterhin per Lautsprecher oder Megafon durch die engen Altstadtgassen sprechen.

Zudem sollen Megafone und tragbare Lautsprecher künftig ganz verboten werden. Der Grund: In den schmalen Straßen und zwischen den Häusern würden sich Geräusche massiv verstärken, was laut Behörden zunehmend zur Belastung für Anwohner werde. 

Neues Verbot in engen Gassen

Zusätzlich planen einzelne Gemeinden weitere Einschränkungen für Besuchergruppen. So sollen Reisegruppen an bestimmten Orten künftig nicht mehr einfach stehen bleiben dürfen. In einigen Bereichen könnte sogar der Durchgang für größere Gruppen untersagt werden. Damit wollen die Orte verhindern, dass wichtige Wege und Treppen komplett blockiert werden, besonders in der Hochsaison, wenn täglich Tausende Besucher unterwegs sind.

Wie Il Fatto Quotidiano berichtet, sollen in Vernazza sogar konkrete Straßenzüge festgelegt werden, in denen Gruppen entweder gar nicht mehr passieren dürfen oder nur unter strengen Regeln unterwegs sein können.

Erste Tests bereits durchgeführt

Die Gemeinde Riomaggiore hat entsprechende Maßnahmen laut italienischen Berichten bereits an langen Feiertagswochenenden getestet. Bürgermeisterin Fabrizia Pecunia sieht darin offenbar einen Erfolg. Nun zieht auch die Nachbargemeinde Vernazza nach und arbeitet an ähnlichen Vorschriften.

Kinder unter sechs Jahren sowie Schulklassen sollen von Teilen der neuen Regeln ausgenommen bleiben.

Regeln kommen erst später

Urlauber müssen in dieser Saison aber noch keine drastischen Einschränkungen befürchten: Nach aktuellem Stand sollen die neuen Maßnahmen erst ab 1. Jänner 2027 gelten. Reiseveranstalter sollen so genügend Zeit bekommen, sich auf die Änderungen einzustellen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Region gegen den Besucheransturm vorgeht. Bereits in der Vergangenheit wurden Sicherheitsmaßnahmen eingeführt, darunter Einschränkungen an besonders gefährlichen Aussichtspunkten und Felsbereichen. Auch andere italienische Urlaubsziele verschärfen wegen des Massentourismus zunehmend ihre Regeln. In Venedig wurde bereits eine Eintrittsgebühr eingeführt, um Besucherströme besser zu kontrollieren.