Gebührenpflicht

Jetzt geht’s los: Venedig lässt Tages-Touristen Eintritt zahlen

02.04.2026

Venedig greift durch: Wer die Lagunenstadt nur für einen Tag besucht, muss jetzt zahlen. Zehntausende haben sich bereits registriert, doch nicht alle sind betroffen. 

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45.000 Personen haben sich bereits auf dem Portal registriert, auf dem Touristen eine Gebühr für den Tagesaufenthalt in Venedig zahlen müssen. Die Gebühr von fünf Euro wird dieses Jahr an 60 Tagen fällig, begonnen wird am Karfreitag. Für Freitag wurden auf dem Portal 23.000 Befreiungsmeldungen eingereicht, davon 20.000 von Besuchern, die in einer Unterkunft der Stadt übernachten und daher befreit sind, da sie bereits die Kurtaxe zahlen.

Dritte Testphase startet

Die ab Freitag geltende Regelung stellt die dritte Testphase des Zugangstickets dar. Über die Webseite www.cda.ve.it sind Informationen und Reservierungen möglich. Das Eintrittsgeld 2026 wird an 60 Tagen, zwischen dem 3. April und dem 26. Juli, gezahlt werden. 2025 war es an 54 Tagen zu zahlen, im Jahr 2024 nur an 29 Tagen.

Kurzfristig wird es teuer

Die Gebühr beträgt fünf Euro für Besucher, die spätestens bis zum viertletzten Tag vor dem geplanten Besuch zahlen. Wer innerhalb der letzten vier Tage vor dem Zutritt bucht, muss zehn Euro entrichten. Ziel der Staffelung ist es, frühzeitige Reservierungen zu fördern und die Steuerung der Besucherströme zu verbessern.

Mit der Entrichtung der Gebühr laden sich Touristen über das Internet einen QR-Code aufs Handy. Andernfalls drohen bei Kontrollen in der Lagunenstadt bis zu 300 Euro Strafe. Die Maßnahme bleibt auch 2026 testweise in Kraft.

Kritik und Zustimmung

Die Gemeinde will auf Grundlage der Erfahrungen über eine mögliche dauerhafte Einführung entscheiden. Nicht angewendet wird das Zugangsentgelt auf die kleineren Inseln der Lagune. Von Registrierung und Zahlung befreit sind unter anderem Bürger mit Wohnsitz in der Region Venetien, Studierende und Pendler.

Befürworter sehen die Maßnahme als symbolisches Zeichen: Venedig sei fragil und müsse geschützt werden. Kritiker bemängeln die zahlreichen Ausnahmen und das Fehlen einer verbindlichen Besucherobergrenze. In der Altstadt leben heute weniger als 50.000 Menschen, während Millionen von Touristinnen und Touristen die Stadt jährlich besuchen.