Falsch gereinigt

Klinik-Panne: 40 Patienten mit HIV infiziert?

01.05.2026

OP-Schraubendreher wurde seit 2017 falsch gereinigt 

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Am Universitätsklinikum „Hôpital de l'Enfant-Jésus“ in Quebec City (Kanada) ist es zu einem schwerwiegenden Fehler bei der Aufbereitung chirurgischer Instrumente gekommen. Rund 40 Patienten, die seit dem Jahr 2017 in der Klinik operiert wurden, könnten potenziell mit HIV- oder Hepatitis-Viren in Kontakt gekommen sein. Grund hierfür ist ein chirurgischer Schraubendreher, der über einen Zeitraum von neun Jahren nicht fachgerecht desinfiziert wurde.

Nach Angaben der Klinikleitung liegt die Ursache des Problems in der Bauweise des betroffenen Instruments. Der Griff des selten genutzten chirurgischen Werkzeugs besteht aus mehreren Teilen, die für eine vollständige Sterilisation hätten demontiert werden müssen. Wie Kliniksprecher Jean-Thomas Grantham erklärte, wurde das Instrument jedoch ohne vorherige Zerlegung desinfiziert. Untersuchungen ergaben, dass das zuständige Personal offenbar nicht über die korrekte Vorgehensweise informiert war, was zu einer unzureichenden Reinigung der innenliegenden Komponenten führte.

Das Krankenhaus hat inzwischen alle betroffenen Personen kontaktiert, die seit 2017 mit diesem speziellen Instrument operiert wurden. Die Patienten erhielten Überweisungen für Blutuntersuchungen auf HIV sowie Hepatitis B und C. Das Klinikum stuft das tatsächliche Infektionsrisiko offiziell als „gering“ ein und bezeichnet die Reihenuntersuchungen als reine Vorsichtsmaßnahme.