US-Präsident

Kommunistisches Kuba am Ende? Trump spricht von "Übernahme"

17.03.2026

US-Präsident Donald Trump hat vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und Kuba eine "Übernahme" des Inselstaates angedeutet.  

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Er glaube, dass er "die Ehre" haben werde, Kuba zu übernehmen, sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Indes kam es in dem krisengeschüttelten Land am Montag zu einem totalen Stromausfall. Am Dienstagmorgen seien zwei Drittel des Landes wieder mit Strom versorgt worden, erklärte die Regierung des kommunistisch regierten Landes.

Kubas veraltetes Stromerzeugungssystem ist in einem schlechten Zustand, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Die Ursachen des jüngsten Stromausfalls nannte die Regierung nicht. Zusätzliche Sorgen löste am frühen Dienstag ein Erdbeben der Stärke 5,8 vor der Küste Kubas aus. Berichte über Opfer oder Schäden gab es zunächst nicht.

Trump: "Eine wunderschöne Insel"

Der US-Präsident sagte über Kuba: "Sie haben ein schönes Land." Und: "Es ist eine wunderschöne Insel." Das Land sei jedoch "am Ende". "Es ist ein gescheiterter Staat. Sie haben kein Geld, sie haben kein Öl, sie haben gar nichts", sagte Trump. Es war eine von Trumps deutlichsten Drohungen gegen die kommunistisch regierte Insel.

Vor Journalisten sagte Trump am Montag im Weißen Haus, er werde das Land "übernehmen". "Mein ganzes Leben lang höre ich schon von den Vereinigten Staaten und Kuba. Wann werden die Vereinigten Staaten es tun?", sagte er. "Ich glaube wirklich, dass ich die Ehre haben werde, Kuba zu übernehmen." Ob er es "befreie" oder es "übernehme": Er könne mit dem Inselstaat "alles machen, was ich will", sagte Trump.

Unter Druck aus Washington 

Die wirtschaftlich schwer angeschlagene Karibikinsel steht unter erhöhtem Druck aus Washington. Trump hatte Kubas Zugang zu Öl durch eine Blockade und Zolldrohungen gegen Öllieferanten weitgehend gestoppt. Unterdessen berichtete die "New York Times" unter Berufung auf mit den Gesprächen zwischen beiden Seiten vertraute Kreise, die US-Regierung habe kubanischen Vertretern zu verstehen gegeben, dass Washington eine Entmachtung des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel wünsche. Der kommunistischen Regierung solle jedoch ermöglicht werden, an der Macht zu bleiben.

Der US-Präsident hatte am Sonntag zum wiederholten Male ein Abkommen mit Kuba in Aussicht gestellt - ohne allerdings zu konkretisieren, auf welche Themen sich dieses beziehen soll. Am Freitag hatte ihrerseits die kubanische Regierung erstmals Gespräche mit Vertretern der USA zur "Lösung von bilateralen Differenzen" bestätigt.

Beziehungen schon lange angespannt

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter Fidel Castro 1959 angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung erhöhten Druck aus. Nach der US-Militärintervention in Venezuela und der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro ließ Trump die venezolanischen Öllieferungen in den Inselstaat blockieren. Dies hat die massive Wirtschaftskrise in Kuba weiter verschärft. In Kuba kam es in den vergangenen Monaten wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten.