Libyen
EU eröffnet Büro in Bengasi
Die Europäische Union hat in der libyschen Rebellenhochburg Bengasi am Sonntag ein Verbindungsbüro eröffnet. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte dabei, der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi müsse weg, und die Zukunft in Libyen müsse dem libyschen Volk gehören. Die NATO bombardierte nach libyschen Angaben in der Nacht zum Sonntag erneut Gaddafis Residenz in der Hauptstadt Tripolis.
Ashton ist die bisher ranghöchste Politikerin, die die Rebellenhochburg rund tausend Kilometer östlich von Tripolis besuchte. Zuvor waren bereits der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski und US-Senator John McCain in Bengasi. Ashtons Besuch bedeutet dennoch nicht, dass die EU den Übergangsrat wie vom Europaparlament gefordert als einzigen legitimen Vertreter Libyens betrachtet. Dennoch kann ihr Kommen als Erfolg für den Übergangsrat gewertet werden.
Erneut NATO-Bomben auf Gaddafis Residenz
Es habe in der Nacht zum Sonntag erneut Angriffe der NATO auf den Hafen und Gaddafis Residenz im Viertel Bab el Asisija in Tripolis gegeben, sagte ein libyscher Behördenvertreter. Zuvor waren in der Hauptstadt Explosionen und ein Kampfjet im Tiefflug zu hören. Die NATO hatte den Hafen der Hauptstadt bereits am Donnerstagabend angegriffen und dabei nach eigenen Angaben fünf Kriegsschiffe beschädigt oder versenkt. Tripolis ist seit Mitte März beinahe täglich das Ziel von Luftangriffen.