Dienstwagen-Missbrauch

Millionenteure EU-Dienstwagen fahren leer

03.01.2020

Wenn das EU-Parlament tagt, werden regelmäßig leere Autos des offiziellen Fahrdiensts gefahren.

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Brüssel/Straßburg. Fahrer warten dann in Straßburg um die vielen Abgeordneten nach Brüssel zu befördern, doch nur wenige nutzen diesen Fahrdienst. Die Kosten, die dabei entstehen, liegen bei rund einer Million Euro. Dies wurde von einer Parlamentssprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigt.

Auslastung der Luxus-Limousinen gering

Von den 751 EU-Abgeordneten nutzen die Möglichkeit, in den Luxus-Limousinen nach Straßburg kutschiert zu werden, nur sehr wenige Abgeordnete. Bei der Novembersitzung hätten nach offiziellen Angaben, nur 25 Parlamentarier die spezielle Beförderung genutzt. Die Auslastung der Wagen variiert, sie ist jedoch in den allermeisten Fällen sehr gering.

"Satiriker" deckte Umstand auf

Nico Semsrott, der EU-Abgeordnete und aus der ZDF "Heute-Show" bekannte Satiriker, deckte diesen Umstand von den leeren Autos auf. Der gebürtige Hamburger habe erst seit Kurzem von dieser "Shuttle-Beförderungs-Möglichkeit" gehört und kritisiert diese. Die rund 450 Kilometer von Brüssel nach Straßburg legen die Fahrer ohne EU-Abgeordnete zurück.

Rund eine Million Euro Betriebskosten

Eine Sprecherin bestätigte nun diesen Umstand und sagt, dass in Summe pro Jahr die Betriebskosten für diese Limousinen-Flotte bei rund einer Million Euro liegen. Die meisten Autos seien zudem Elektro- oder Hybridfahrzeuge und müssen nach einer gewissen Zeit regelmäßig ersetzt werden.

Das EU-Parlament liegt in Straßburg Frankreich und die verschiedenen parlamentarischen Ausschüsse dagegen in Brüssel Belgien. Sehr hohe Kosten, wie wir nun feststellen durften.

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