Regime
Nach dem Enthauptungsschlag: Wer hat jetzt das Sagen im Iran?
01.03.2026Im Iran kämpft das Regime ums Überleben - mit Gegenschlägen will man die Stabilität beweisen, intern haben jetzt die berüchtigten Revolutionsgarden das Sagen.
Der Diktator und mehrere seiner Schlächter sind tot - doch wer hat jetzt im Iran das Sagen?
Der Tod von Ali Khamenei sowie der Chefs von Armee und Revolutionsgarden, Abdolrahim Moussavi und Mohammed Pakpur am 28. Februar 2026 hat ein Machtvakuum hinterlassen, das die Islamische Republik in ihren Grundfesten erschüttert. Doch das Regime kämpft. Während auf den Straßen Teherans teilweise Jubel gemeldet wird, versuchen die Eliten hinter den Kulissen, einen Bürgerkrieg oder den totalen Kollaps zu verhindern. Es geht nicht mehr nur um Religion, sondern ums nackte Überleben des Systems.
Bevor ein neuer „Oberster Führer“ gewählt wird, sieht die Verfassung ein Interims-Gremium vor. Aktuell wird der Iran von einem dreiköpfigen Provisorischen Führungsrat geleitet:
Massud Peseschkian: Der gewählte Präsident wird eher dem moderateren Lager zugerechnet.
Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi: Er ist der Chef der Justiz, ein Hardliner und für Tausende Todesurteile verantwortlich.
Alireza Arafi: Ein einflussreicher Geistlicher aus dem Wächterrat, der aktuell oft als „Interims-Führer“ tituliert wird.
Dieses Trio soll jetzt einmal den Laden zusammenhalten, bis der 88-köpfige Expertenrat eine permanente Lösung findet.
Klar ist auch: Nichts geht derzeit ohne die Revolutionsgarden (IRGC). Ohne deren Segen wird niemand den „Pfauenthron“ besteigen. Die Militärs wollen Stabilität und den Erhalt ihres riesigen Wirtschaftsimperiums. Ein Nachfolger muss also vor allem eines sein: IRGC-kompatibel. Und das bedeutet auch: Das Regime hat zumindest derzeit noch das Sagen.
Diese Hardliner bringen sich in Stellung
Und künftig? Hier haben sich schon länger eine ganze Reihe von Hardlinern in Stellung gebracht.
Mojtaba Khamenei: Der zweitälteste Sohn des Verstorbenen. Er gilt als der „Schattenmann“, hat beste Kontakte zu den Revolutionsgarden (IRGC) und zum Geheimdienst. Das Problem: Eine Erbfolge riecht nach Monarchie – genau das, was die Revolution 1979 eigentlich abschaffen wollte.
Alireza Arafi (67): Er ist der Mann der Stunde. Als Leiter der iranischen Geistlichkeit und Vertrauter Khameneis bringt er die nötige theologische Gravitas mit. Er gilt als systemtreu, aber institutionell gefestigt.
Hassan Khomeini (58): Der Enkel des Revolutionsvaters Ruhollah Khomeini. Er wäre eine Symbolfigur für Kontinuität, gilt aber manchen Hardlinern als zu liberal. Dennoch wurde er zuletzt auffällig oft für offizielle Anlässe in Stellung gebracht.
Ali Larijani: Der ehemalige Parlamentspräsident ist ein politisches Schwergewicht. Es gab Gerüchte, Khamenei hätte ihn kurz vor seinem Tod mit wichtigen Vollmachten ausgestattet, um die nationale Sicherheit zu gewährleisten.
Übernimmt doch das Militär?
Doch alles ist offen - Insider halten es durchaus auch für möglich, dass das Militär die Macht übernimmt, weil das Land am Boden liegt...