Scharfe Kritik
"Nicht hinnehmbar": Dänen nach Trump-Sager fassungslos
24.01.2026Regierungschefin: Dänemark erlitt gemessen an der Bevölkerungszahl die größten Verluste
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen hat US-Präsident Donald Trump für dessen umstrittene Äußerungen zu NATO-Truppen in Afghanistan kritisiert. Es sei "nicht hinnehmbar", dass Trump die Bemühungen verbündeter Soldaten infrage stelle, sagte Frederiksen am Samstag der Nachrichtenagentur Ritzau. Dänemark habe gemessen an der Bevölkerungszahl die größten Verluste erlitten. Ritzau zufolge starben während des Einsatzes nach dem 11. September 2001 44 dänische Soldaten.
37 davon kamen demnach infolge direkter Kampfeinsätze ums Leben. Nach den islamistischen Terroranschlägen am 11. September 2001 hatten die USA Artikel Fünf des NATO-Vertrags aktiviert, um Beistand ihrer Verbündeten zu bekommen. Dies führte dazu, dass NATO-Staaten wie Großbritannien oder Deutschland sich am Krieg gegen die Taliban und die Terrororganisation Al-Kaida beteiligten. Es war das erste und einzige Mal in der NATO-Geschichte, dass ein solcher Bündnisfall ausgerufen wurde.
Trump hatte in einem Interview mit dem Sender Fox News erneut behauptet, dass die USA die NATO nie gebraucht hätten. Mehrere andere NATO-Staaten hätten zwar Truppen nach Afghanistan geschickt, diese seien jedoch "ein wenig" zurück geblieben, "etwas abseits der Frontlinien". Kritik an den Aussagen war zuvor unter anderem aus Großbritannien und Polen gekommen.