In Ex-IS-Hochburg

Österreicher bei Befreiung Rakkas dabei

20.10.2017

IS-Hochburg Rakka in Syrien ist zurückerobert. Ein Österreicher war beim Sturm dabei.

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Christian Bidmon (34) aus Wien war Bühnenarbeiter, ist zwei­facher Vater. Anfang Juni schloss er sich den kurdischen Einheiten im Kampf gegen den IS an: „Weil ich nicht nur zusehen, sondern etwas gegen den Terror tun wollte“, erzählt er.

Seither ist er Fahrer und Sanitäter im Freiwilligen-Bataillon. Sold bekommt er keinen: „Mit einer Anti-Terror-Einheit der Kurden rückten wir auch nach Rakka vor“, berichtet er via Messenger ÖSTERREICH. Die Aufnahmen, die er schickt, zeigen eine völlig zerstörte Stadt. Es ist nur zu erahnen, wie schrecklich es für die Zivilisten gewesen sein muss, die hier als Geiseln des IS bis zuletzt festgehalten wurden. Zu sehen ist auch jener Platz im Zentrum von Rakka, auf dem die IS-Horden ihre Herrschaft demonstrierten, Hinrichtungen zelebrierten und die Köpfe ihrer Gegner auf Zaunstäbe steckten.

Bidmon: »Nur in Notwehr greife ich zur Waffe«

Kalaschnikow. Von den Tausenden IS-Schergen in Rakka, darunter auch einige Österreicher, fehlt jede Spur: „Die meisten sind wohl vorm Sturm geflüchtet, viele sind auch gefangenen genommen worden“, glaubt Bidmon.

Aktiv an den Kampfhandlungen habe er nicht teilgenommen, sagt er über seinen Einsatz: „Nur in Notwehr greife ich zur Kalaschnikow. Oft geht’s für uns ums nackte Überleben.“
Karl Wendl

Christian Bidmon über IS-Schlächter: ›Die meisten sind geflüchtet‹

ÖSTERREICH: Sie kämpfen an der Seite der Kurden, waren bei der Eroberung der IS-Hochburg Rakka in Syrien dabei.

Christian Bidmon: Ja, mit einer Anti-Terroreinheit der Kurden. Ich bin Fahrer und Sanitäter. Nur in Notwehr muss ich zur Waffe greifen.

ÖSTERREICH: Wie sieht es derzeit in Rakka aus?

Bidmon: Die Stadt ist größtenteils zerstört.

ÖSTERREICH: Auch Österreicher töteten für den IS. Was ist mit den IS-Killern passiert?

Bidmon: Die meisten sind geflüchtet, viele wurden ­gefangen genommen. Was mit den Österreichern innerhalb des IS geschehen ist, weiß ich nicht.

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