Schmerzensgeld
Opfer fordern hohe Summe vom Magdeburg-Attentäter
16.05.2026Im Prozess um den tödlichen Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt rückt das Urteil näher. Laut einem Bericht von Focus Online fordern mehrere Opfer nun insgesamt 715.000 Euro Schmerzensgeld vom Täter.
Seit Monaten läuft der Prozess gegen den 51-jährigen Taleb al-Abdulmohsen, der im Dezember 2024 mit seinem Auto über den Weihnachtsmarkt in Magdeburg raste. Sechs Menschen, fünf Frauen und ein neunjähriger Bub, kamen dabei ums Leben. 324 weitere wurden teils schwer verletzt.
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Dem Mann droht eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Nach Angaben des Landgerichts Magdeburg könnte bereits am 26. Juni ein Urteil fallen.
Opfer fordern hohe Summe
Wie Focus Online berichtet, verlangen mehrere Betroffene nun Schmerzensgeld in Höhe von insgesamt rund 715.000 Euro. Demnach machen 14 Geschädigte ihre zivilrechtlichen Ansprüche direkt im laufenden Strafprozess geltend. Der Anschlag zählt zu den schwersten Gewalttaten der vergangenen Jahre in Deutschland. Al-Abdulmohsen fuhr laut Ermittlungen mit einem mehr als zwei Tonnen schweren BMW hunderte Meter über das Gelände des Weihnachtsmarktes.
„Kalt wie Eis“ bei der Tat
Vor Gericht gestand der Angeklagte den Anschlag. Nach eigenen Angaben sei er am Tattag „kalt wie Eis“ gewesen. Ermittler gehen laut Focus Online davon aus, dass der Mediziner die Tat über Wochen detailliert vorbereitet hatte. Auch sein Verhalten im Gerichtssaal sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Berichten zufolge beschimpfte er den Richter, schrie lautstark und verbreitete wirre Botschaften sowie Verschwörungstheorien.
Mehr als 100 Zeugen gehört
Die juristische Aufarbeitung befindet sich mittlerweile auf der Zielgeraden. Laut Focus Online wurden bisher bereits 109 Zeugen sowie mehrere Sachverständige angehört, darunter Psychiater, Rechtsmediziner und Unfallgutachter.
Für Angehörige und Verletzte wächst damit die Hoffnung, dass der aufsehenerregende Prozess bald ein Ende findet.