Ungarn
Orbán-Herausforderer Péter Magyar machte mobil
23.10.2025Kräftemessen am Nationalfeiertag - Magyar lobte Mut des Volkes - Kritik an Orbán als Kreml-Verbündeter
Der 23. Oktober gilt in Ungarn als Nationalfeiertag des Gedenkens an den Volksaufstand von 1956, der von sowjetischen Panzern blutig niedergewalzt wurde. Angesichts der im Frühjahr 2026 anstehenden Parlamentswahlen wurde dieser Tag heuer von Parteien zugleich zur Mobilmachung ihrer Anhänger genutzt, so auch von der ungarischen Oppositionspartei "Respekt und Freiheit" (TISZA) von Péter Magyar.
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Der Herausforderer des ungarischen rechtsnationalen Premier Viktor Orbán rief auf zum "Marsch der Nation", der durch Budapest zog und auf dem Heldenplatz endete, mit der Botschaft "1956 Revolution - 2026 Wende".
Magyar lobte Mut des Volkes
In der Rede vor seinen Anhängern bezeichnete Magyar die Revolution von 1956 als "Wunder", da ein Volk den Mut hatte, zu sagen, "es ist genug", während der "sowjetische Stiefel auf der Brust unserer Heimat stand".
Der 23. Oktober sei nicht nur der Tag der Vergangenheit, sondern zugleich der Tag der Zukunft. An diesem Tag müsse man sich auch vor den Helden des Alltages verneigen, vor den Arbeitern, Lehrern, Beschäftigten des Gesundheitswesens, Studenten, forderte Magyar.
Kritik an Orbán als Kreml-Verbündeter
Die Weltpolitik würde nicht auf Solidarität basieren, was die Ungarn auch 1956 erfahren mussten. Magyar kritisierte Orbán, der 1989 den Abzug der sowjetischen Truppen aus Ungarn forderte, heute jedoch der loyalste Verbündete des Kreml sei.
In der größten Hälfte des Lands würden sie "uns nicht als Ungarn betrachten, weil wir nicht mit ihnen gehen, sondern als 'zu zertretendes Ungeziefer'", erinnerte Magyar an Aussagen von Orbán. Magyar betonte weiters, dass er während seiner 80-tägigen Reise durch Ungarn 158 Gemeinden besucht hatte und so die Probleme, Tragödien und die Armut auf dem Lande besser erkannt habe.
Laut Magyar ginge es heute nicht um Anhänger der regierenden Fidesz-Partei, nicht um die der TISZA, nicht um Linke oder Rechte, sondern um die Ungarn. Dabei dürfe nicht zugelassen werden, dass ehrliche Menschen mit öffentlichen Geldern diskreditiert werden, betonte Magyar nach dem es zugleich inakzeptabel sei, das Land nach Osten oder Westen zu verkaufen.
Magyar - TISZA wird Wahlen gewinnen
Einen Tag nach den Walen im April 2026 würde die Menschen in einem neuen Land erwachen, wobei Magyar eine entschiedene, menschliche Wende und keine wütende versprach. Die Zeit sei gekommen, "gemeinsam werden wir es schaffen" Bei den Wahlen stelle sich die Frage, Fidesz oder TISZA. "Ihr wisst es und auch die zitternde Macht weiß es, dass diese Wahl die TISZA und das humane Ungarn gewinnen werden. Und das nicht nur knapp, sondern mit großem Abstand", zeigte sich Magyar überzeugt.
Orbán sprach vor Anhängern des "Friedensmarsches"
Bereits am Nachmittag hatte Orbán in seiner Rede auf dem Kossuth-Platz den "Friedensmarsch" gewürdigt, der durch das regierungstreue Forum Ziviler Zusammenschluss organisiert und als größter "Friedensmarsch" aller Zeiten angekündigt wurde. Orbán erinnerte nicht nur an die Helden von 1956 und deren Ehrung, sondern berührte auch politische Themen, wie die Tatsache, dass Ungarn ein Land ohne Migranten sei.
Orbán betonte, Ungarn stünde auf der Seite des Friedens. Der Krieg in der Ukraine sei nicht Ungarns Krieg. Brüssel würde das Ende des Krieges verhindern, den es nicht geben würde, wäre Donald Trump damals der US-Präsident gewesen. Orbán drückte seine große Hoffnung aus hinsichtlich des Friedensgipfels in Budapest unter Teilnahme von Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, der jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. Orban erinnerte an die Parlamentswahlen 2026, kritisierte Oppositionsführer Péter Magyar und behauptete, Magyar würde den Krieg unterstützen.
Orbán hatte weiter betont, die USA stünden an der Seite Ungarns. 2025 werde Budapest die Hauptstadt des europäischen Friedens werden, schloss der Premier seine Rede.
Orbán reiste im Anschluss zum EU-Gipfel
Die Rede von Orbán auf dem Kossuth-Platz war auch der Grund dafür, dass er seine Reise zum EU-Gipfel nach Brüssel verschob und so nicht an der die Ukraine betreffenden Debatte teilnehmen konnte. Das Stimmrecht Ungarns wurde in Abwesenheit Orbáns auf den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico übertragen.