Entwarnung nach Großeinsatz

Paket löste Terror-Alarm in Manchester aus

25.05.2017

Die Gegend wurde großräumig abgesperrt. Bombenräumungsdienst war vor Ort

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Drei Tage nach dem Terroranschlag von Manchester ist die britische Armee zu einem Einsatz in der Limby Street in Hulme in der nordenglischen Stadt beordert worden. Anrainer sollten umgehend die Gegend verlassen, teilte die Polizei mit. Die Polizei reagiere damit auf einen Anruf. Nach kurzer Zeit konnte die Polizei Entwarnung geben. Ursache für den Alarm sei ein verdächtiges Paket gewesen, erklärte die Polizei zu Mittag.





Mehrere Straßen wurden gesperrt. Polizisten seien an Ort und Stelle, twitterte die Polizei des Großraums Manchester. Auch Spezialisten zur Bombenentschärfung seien unterwegs.

Bei dem Attentat auf Besucher einen Popkonzerts am Montag hatte ein Selbstmordattentäter 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Dutzende wurden verletzt. Unter den Opfern sind viele Kinder und Jugendliche.

 


 


Vater und Bruder des Attentäters festgenommen

Nach dem Anschlag von Manchester mit 22 Todesopfern hat die Polizei zwei weitere Männer festgenommen. Eine Festnahme erfolgte nach Polizeiangaben vom Donnerstag im Vorort Withington, die zweite in Manchester.

Eine ebenfalls zuvor festgenommene Frau wurde am frühen Donnerstagmorgen ohne Anklage wieder freigelassen. Damit sind im Zusammenhang mit dem Anschlag nun zehn Menschen festgesetzt, darunter in Libyen ein Bruder des mutmaßlichen Attentäters und sein Vater.

Zudem berichtet "Focus Online", dass sich der mutmaßliche Attentäter Salman Abedi nur wenige Tage vor dem Attentat in Deutschland aufgehalten haben soll. Demnach sei er vier Tage vorher noch in Düsseldorf gewesen. Das will das Magazin aus Berliner Sicherheitskreisen erfahren haben. Nun prüft der Verfassungsschutz, ob Abedi Kontakt zu Islamisten in Nordrhein-Westfalen hatte.

Briten stinksauer auf die USA

Die britische Anti-Terror-Polizei sieht sich in ihren Ermittlungen zum Attentat von Manchester durch Medienenthüllungen in den USA behindert. Ein Sprecher der Behörde übte am Donnerstag scharfe Kritik an der Veröffentlichung vertraulicher Ermittlungserkenntnisse, die die Briten den Sicherheitsbehörden befreundeter Staaten intern zur Verfügung gestellt hätten.

Der Austausch "sensibler Informationen" mit Partnerländern beruhe auf Vertrauen, sagte der Sprecher. "Wenn dieses Vertrauen missbraucht wird, dann untergräbt das unsere Beziehungen, und es untergräbt unsere Ermittlungen", kritisierte er. "Der Schaden ist umso größer, wenn es dabei um die nicht autorisierte Verbreitung potenzieller Beweismittel mitten in einer bedeutenden Anti-Terror-Ermittlung geht."

Die BBC berichtete am Donnerstag, dass die Polizei von Manchester die Weitergabe ihrer Ermittlungsergebnisse an die US-Behörden eingestellt habe.

Informationen enthüllt

Am Dienstagabend hatten US-Medien den Namen des mutmaßlichen Selbstmordattentäters Salman Abedi veröffentlicht, ehe die britischen Behörden diese Information an die Öffentlichkeit trugen. Dies veranlasste die britische Innenministerin Amber Rudd zu einer Beschwerde bei den zuständigen US-Behörden. "Ich habe unseren Freunden gegenüber sehr klar gemacht, dass so etwas nicht mehr passieren darf", sagte Rudd am Mittwoch.

Nach den Äußerungen der Ministerin veröffentlichte die "New York Times" dann Ermittlerfotos von einem Zünder, einem zerfetzten blauen Rucksack sowie von Nägeln und Schrauben aus der Bombe. Auch diese Dokumente waren offenbar Teil des Ermittlungsmaterials, das die britischen Geheimdienste ihren US-Partnerdiensten unter dem Siegel der Vertraulichkeit zukommen ließen.

"Völlig inakzeptabel"

In britischen Regierungskreisen hieß es daraufhin in der Nacht, es sei "völlig inakzeptabel", dass US-Sicherheitsbeamte die Bilder an US-Medien weitergegeben hätten.

Der Austausch streng geheimer Erkenntnisse ist zwischen befreundeten westlichen Staaten wie Großbritannien und den USA üblich. Die Gepflogenheiten der Zusammenarbeit sehen allerdings vor, über diese Erkenntnisse absolutes Stillschweigen zu bewahren und diese nicht weiterzugeben, ohne dass der Partnerdienst dem zugestimmt hat.
 

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