"Wir sind alle Brüder"

Papst wäscht Flüchtlingen die Füße

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Papst Franziskus hat 11 Flüchtlingen die Füße gewaschen, darunter auch Muslimen.
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Papst Franziskus hat am Gründonnerstag elf Flüchtlingen die Füße gewaschen, darunter auch mehreren Muslimen. Im Rahmen der Zeremonie in einer Flüchtlingseinrichtung bei Rom kniete Franziskus vor jedem nieder, übergoss die Füße mit Wasser und küsste sie. "Ob Muslime, Hindus, Katholiken oder Kopten: Wir sind alle Brüder, wir sind alle Kinder desselben Gottes", sagte Franziskus.

"Kriegsakt"
Der Papst verurteilte die Terroranschläge in Brüssel, die er als "Kriegsakt" bezeichnete. Schuld an dem Terror hätten vor allem die Waffenhändler, so das Kirchenoberhaupt. Im Gegensatz zur Gewalt in Brüssel hob Franziskus die Bedeutung der Messe in der Flüchtlingseinrichtung hervor, in der Menschen verschiedener Religionen sich als Brüder respektierten, die in Frieden leben wollten, sagte der Papst.

Insgesamt nahmen an dem Ritus, der an die Fußwaschung Jesu bei seinen Jüngern im Abendmahlssaal erinnert, Flüchtlinge aus Nigeria, Eritrea, Mali und Pakistan teil. Dabei handelte es sich um drei Muslime, einen Hindu, drei koptische Frauen aus Eritrea und vier katholische Nigerianer sowie eine italienische Katholikin, die in der Einrichtung arbeitet. Die Kandidaten für die Fußwaschung wurden unter den knapp 900 Bewohnern des Flüchtlingsheims ausgewählt.

Auch 4 Frauen ausgewählt
Auch vier Frauen waren für die Zeremonie ausgewählt worden. Zu ihnen zählte die aus Eritrea stammende Luchia Mesfun. Die Frau überquerte trotz ihrer Schwangerschaft das Mittelmeer. Ihre Tochter Merhawit kam vor fünf Monaten in Italien zur Welt. "Ich kann meine Freude nicht beschreiben. Der Besuch des Papstes ist für uns ein großartiges Ereignis", sagte die Frau. Ausgewählt für den Ritus wurde auch eine italienische Mitarbeiterin der Flüchtlingseinrichtung, die vor wenigen Tagen ihre Mutter verloren hatte. Franziskus hatte erst im Jänner das Ritual offiziell geändert und per Dekret Frauen und Mädchen zugelassen.

Die Messe mit der Fußwaschung, die live im Fernsehen übertragen wurde, erinnert an das Letzte Abendmahl Jesu. Traditionell fand diese Gründonnerstags-Liturgie in der Lateran-Basilika statt, der römischen Bischofskirche des Papstes. Franziskus hatte nach seinem Amtsantritt vor drei Jahren mit der Tradition seiner Vorgänger gebrochen, die Fußwaschung nur bei Priestern zu vollziehen. Seitdem wusch der Argentinier bereits Häftlingen, Kranken, Behinderten und jungen Gefangenen die Füße.