Treffen geplatzt

Pence attackiert Kim Jong-uns Schwester

22.02.2018

Kim Yo-jong sei eine 'zentrale Säule des tyrannischsten und repressivsten Regimes auf dem Planeten'.

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© APA/AFP/ODD ANDERSEN
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US-Vizepräsident Mike Pence hat die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un, die während der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Südkorea in seiner Nähe saß, hart angegriffen. Kim Yo-jong sei eine "zentrale Säule des tyrannischsten und repressivsten Regimes auf dem Planeten", sagte Pence bei der Jahresversammlung konservativer Aktivisten und Parlamentarier (CPAC) in National Harbor bei Washington.

"Böse Familienclique"

Die jüngere Schwester von Kim Jong-un gehöre einer "bösen Familienclique" an, welche die 25 Millionen Bewohner des ostasiatischen Staates "misshandelt, unterwirft, aushungert und einpfercht", sagte der US-Vizepräsident. Pence und Kim Yo-jong hatten sich während der Eröffnungsfeier der Spiele nicht die Hände geschüttelt, sondern gegenseitig ignoriert.

Auch ansonsten gab es bei ihrem Besuch in Südkorea keinen Austausch zwischen den beiden. Ein Geheimtreffen zwischen Pence und der nordkoreanischen Delegation sei zwar anvisiert gewesen, doch habe Pjöngjang in letzter Minute abgesagt, hatte die US-Regierung erst diese Woche mitgeteilt.

Grund für den Rückzieher sei vermutlich die deutliche Kritik von Pence an massiven Menschenrechtsverletzungen und anderen Missständen in Nordkorea gewesen, sagte der Sprecher des Vizepräsidenten, Nick Ayers.

Ivanka Trump in Pyeongchang

Zur Abschlussfeier der Winterspiele in Pyeongchang am kommenden Sonntag werden Pence und Kim Yo-jong nicht erneut nach Südkorea reisen. Die USA werden durch die Präsidententochter Ivanka Trump vertreten. Sie plant nach Angaben von Trump-Sprecherin Sarah Sanders keine Begegnungen mit nordkoreanischen Vertretern.

Die Delegation aus Pjöngjang wird nach südkoreanischen Angaben von dem General Kim Yong-chol angeführt. Er ist für die Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten zuständig.

Konflikt um Atomprogramm

In den Monaten vor den Olympischen Winterspielen hatte sich der Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm verschärft. Die Führung in Pjöngjang verstieß mit Raketen- und Atomtests wiederholt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats.

Nordkorea nutzte die Olympischen Winterspiele jedoch für eine Charmeoffensive gegenüber Südkorea. Während der Eröffnungsfeier schüttelte Kim Yo-jong dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zwei Mal die Hand, was als historisches Ereignis gilt. Auch überbrachte sie Moon später eine Einladung für ein Gipfeltreffen in Pjöngjang.

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