Hausarrest

Pistorius: Luxusvilla statt Gefängnis

20.10.2015

Ex-Sprintstar tauscht Zelle gegen 27-Zimmer Villa mit Pool und Kino ein.

Zur Vollversion des Artikels
© APA
Zur Vollversion des Artikels

Nach einem Jahr in Haft ist der wegen fahrlässiger Tötung verurteilte südafrikanische Ex-Sportstar Oscar Pistorius in den Hausarrest entlassen worden. Der 28-Jährige habe das Gefängnis am Montagabend um 19.30 Uhr verlassen, sagte der Sprecher der Strafvollzugsbehörde, Manelisi Wolela. "Die Familie ist glücklich, dass Oscar nun zu Hause ist", sagte Sprecherin Anneliese Burgess am Dienstag.



27-Zimmer-Villa
Der einstige Spitzenathlet, der am Valentinstag 2013 seine Freundin Reeva Steenkamp erschoss und wegen Totschlags zu fünf Jahren verurteilt wurde, lebte dort auch während des Prozesses schon. Onkel Arnold besitzt nach Medienberichten eine 27-Zimmer-Villa im Diplomatenviertel Waterkloof - da lässt es sich komfortabler leben als in der kargen Umgebung der Haftzelle. Swimmingpool, Privatkino, gepflegter Garten - alles da.

Vor allem das private Fitnesscenter dürfte dem Ex-Spitzensportler wichtig sein, er hielt sich nach Medienberichten auch in Haft stets fit. Wenn er in die Auffahrt einbiegt, kann er sich an den Jacaranda-Bäumen erfreuen, deren Blüten gerade Südafrikas Hauptstadt in eine gigantische lila Farbenpracht tauchen.

Strenge Auflagen
Doch Insider wie der südafrikanische Anwalt Cliff Alexander warnen vor dem Eindruck eines unbeschwerten Lebens. "Hausarrest vermittelt einen falschen Eindruck", sagt Alexander der Zeitung "The Citizen", "der einzige Unterschied zwischen Hausarrest und Haft sind die Annehmlichkeiten, die es zu Hause gibt".

Denn zum Hausarrest gehören strenge Auflagen - angefangen bei einem kompletten Alkoholverbot über Sozialstunden und der Pflicht, eine Arbeit anzunehmen, bis hin zu einem Leben, in dem Drohgebärden strikt verboten sind. Selbst um Mitternacht könnten Aufseher unangemeldet an der Haustür läuten, um etwa sofortige Blut- oder Urintests anzuordnen. Würden sie auf Alkohol- oder Drogenkonsum hinweisen, wäre es umgehend vorbei mit der begrenzten Freiheit. Immerhin darf Pistorius zum Gottesdienst gehen.

 

Zur Vollversion des Artikels